Monat: Dezember 2025

  • Einen guten Rutsch! – Rückblick & Ausblick by Howard Chance

    Wieder mit Schwung auf zu neuen Ufern – Alles Gute für 2026

    Rückblick auf das Jahr 2025

    Die Bundestagswahl im Frühjahr2025 machte Friedrich Merz zum Kanzler einer großen Koalition. Im Koalitionsvertrag wurde das von der CDU/CSU geforderte Sexkaufverbot nicht verankert, was die Branche erst einmal sichtlich erleichterte.

    Durch interne Probleme und einen sehr unerfreulichen „kollegialen Boykott“ war unser „Reader 2025 – Kein Sexkaufverbot“, der sich bereits Ende 2024 in der erweiterten Planungs- und Redaktionsphase befand, nicht, wie ursprünglich geplant, im Bundestagswahlkampf verwendbar.

    Ende Juni 2025 wurde der Evaluationsbericht zum ProstSchG veröffentlicht, der im Ergebnis Nachbesserungen am bestehenden Gesetz empfiehlt, sich aber nicht für ein „Nordisches Modell“ ausspricht. Die Evaluation wurde von den Sexkaufgegner:innen umgehend kritisiert und mit einem „Gegengutachten“ gekontert, dem es aber nachhaltig an Fakten fehlt und das eher Selbstzweck ist als Diskussionsgrundlage.

    Etwa Zeitgleich erschien dann der Reader 2025 – Kein Sexkaufverbot und wir präsentierten ihn dann intern beim Zukunft Rotlicht Tag 2025 im Juli 2025  in Trier und dann nach den Sommerferien bei der großen Pressekonferenz in der Bar jeder Vernunft in Berlin. Wir waren als Kampagnenteam am 01. September bei der Evaluations-Tagung des KFN in Göttingen und bei diversen kleineren Termin, wo uns – wie z.B. bei „Den Linken“ in Köln – eisiger Wind entgegen wehte.

    Insgesamt hielt sich das Interesse der Branche und der Öffentlichkeit im Herbst 2025 sehr in Grenzen. Das Thema „Sexkaufverbot“ hatte an Brisanz verloren, obwohl die Gegner:innen weiter mächtig Wirbel machten. Eine trügerische Sicherheit ist was? … Meistens trügerisch!

    Der nächste politische motivierte Showdown ließ dann auch nicht lange auf sich warten: bei einer Preisverleihung der Alice-Schwarzer-Stiftung in Berlin fachte Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) die eingeschlafene Debatte neuerlich an und forderte nicht nur ein Sexkaufverbot mit Freierbestrafung, sondern gleich plakativ ein „Prostitutionsverbot für Deutschland“! – Zur Seite sprang ihr dabei umgehend Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, die weiteres Öl nebst Moralin ins Feuer goß.

    Als letzter Akt zum Thema ProstSchG setzte die unaufgeregte Bundesfamilienministerin Karin Prien schließlich Ende November 2025 eine „Prostitutierten-Schutzkommision“ ein, die in den kommenen 18 Monaten intern tagen und „Reform-Vorschläge“ zum bestehenden ProstSchG erarbeiten soll. In diesen Prozess setzt unser Bündnis eine „gewisse Hoffnung“ und hofft, dass die Fakten obsiegen.

    Dass beim Frankfurter Ganovenadvent – der Weihnachtsfeier der Zukunft Rotlicht Gruppen – Mitte Dezember 2025 nur 3 Protagonisten erschienen, stimmte sehr nachdenklich. Dank Hermann Scholer, der großzügig zu Tisch bat, war es ein sehr schöner Abend, aber mit einer Versammlung gleichgesinnter Kolleginnen und Kollegen hatte das wenig zu tun. Zufall? – Schicksal? – Schlechtes Timing? – Götterdämmerung?

    Mein abschließendes persönliches Fazit zum Thema Prostitution

    In den kommenden (2) Jahren ist nicht mit einem Sexkaufverbot in Deutschland zu rechnen! Die CDU/CSU hat das Ziel zwar nicht aus dem Blick verloren, aber die politischen Schwerpunkte sind derzeit völlig andere. Mein frommer Wunsch ist es, dass die Prostitutions-Debatte auf den den Boden der Sachlichkeit zurückkehrt und dass es zu produktivem argumentativem Austausch kommt. Natürlich müssen Mißstände beseitigt werden und jegliche Form von Gewalt muss verurteilt werden.

    Ausblick auf das Jahr 2026

    Wer rastet, der rostet! – Was für die persönliche Fitness gilt, gilt natürlich auch für den Geist und die Motivation. An dieser Stelle möchte ich noch einmal herzlich Stephanie Klee für die allzeit gute und konstruktive Zusammenarbeit danken. Als „übrig gebliebenes 2-er-Team“ haben wir den Reader erstellt, präsentiert und verteilt. Dank großzügiger Spenden „einiger weniger“ war dies möglich.

    Der „mangelnde ideele Support“ wird mehr und mehr zum Problem. Mit 2 Personen kann man Tennis oder Schach spielen, aber eine Kampagne bedarf weiterer aktiver Mitspieler:innen, wenn man Erfolge erzielen will.

    Die Arbeit mit dem Reader und seinen Inhalten hat gerade erst begonnen. Für das Jahr 2026 planen wir Lesungen, Dialog- und Gesprächsrunden und das möglichst bundesweit. Unsere Botschaft muss unters Volk, um den politischen Diskurs zu beeinflussen. Wir sind für Anregungen und Einladungen sehr dankbar! – Berlin, Köln, Hamburg, Stuttgart, München …

    Die Webseite des Bündnisses muß weiter upgedatet werden und soll natürlich stetig um Artikel ergänzt werden. Die 16 Artikel in der Druckversion waren ein Anfang und bedürfen der stetigen readktionellen Ergänzung. Hier werden wir weitere Autoren suchen, die sich in den Dienst der Sache stellen möchten.

    Auch das Kooordinationsteam und der Beirat des Bündnisses sollte 2026 wieder „aktiver“ werden. Bei der letzten Zoom-Sitzung waren wir „ein Quartett“ und was das dann bringt, liegt auf der Hand. Ich wünsche mir für das Frühjahr 2026 eine neue konstituierende Sitzung, die nach Möglich nicht virtuell sondern „in Präsenz“ stattfinden sollte. Online ist es bequem, aber dies ersetzt das „Zusammensitzen“ nicht. Einen entsprechenden Aufruf mit Terminvorschlag werde ich mit Stephanie entwickeln.

    Für den Sommer 2026 plane ich wieder einen „Zukunft-Rotlicht-Tag“ und ich sympatisiere hier erneut mit Trier, wo es besondere Gastfreundschaft gibt und wo sich im  vergangenen Jahr alle sehr wohlgefühlt haben. Der Tag soll dann ein konkretes Tagungsprogramm mit Mehrwert haben und eben auch ein „kleiner Kongress“ sein.

    Vor 10 Jahren (nämlich bereits 2016) habe ich mein Buch „Das neue Prostitutionsgesetz 2017: Der Todesstoß für das Rotlicht-Gewerbe?“ veröffentlicht. Dieses Buch hat sich damals sehr gut verkauft, obwohl es zum Veröffentlichungszeitpunkt auf Prognosen beruhte, von denen sich dann viele bewahrheitet haben. Die Ausgabe habe ich dann 2021 aus dem Handel genommen, da sich viele Dinge verändert hatten und dem Buch die Aktualität mangelte.

    Für 2026 plane ich nun ein umfangreiches Buch-Update mit einer etwas anderen Zielrichtung. Unter dem Aspekt „aus der Praxis – für die Praxis“ werde ich 10 Jahre Beratung Revue passieren lassen und dabei darstellen, wie man Prostitutionsgewerbe heutzutage noch erfolgreich und vorallem gesetzeskonform betreiben kann. In 10 Jahren hat sich die Branche merklich verändert und die Profitabilität hat in vielen Bereichen deutlich abgenommen. Viele schwammige Aspekte des Gesetzes wurden durch konkrete Rechtsprechung präzisiert. Das ordnungsrechtliche Korsett wurde enger … mit diversen Auswirkungen für die Praxis.

    Persönliches by Howard

    Mein Jahr 2025 war durchaus „akzeptabel“: ich habe meinen Diabetes mit einer Mischung aus sportlichen Aktivitäten und zielgerichteter Nahrung im Griff behalten. Geht, wenn man sich informiert und sich Mühe gibt. Ich bin inzwischen fitter als vor einigen Jahren und schaffe die Treppen  – trotz immer noch stattfindender Raucherei – relativ spielend.

    Zum Jahreswechsel steht mal wieder ein Ortswechsel an: ich werde mich im Januar neu ausrichten und eine neue Zentrale beziehen. Details liegen noch nicht vor, aber ich arbeite fleissig daran.

    So wünsche ich allen in nah und fern nun einen gelungenen Jahreswechsel und ein gutes neues Jahr 2026!

    Ihr / Euer

    Howard Chance

    https://www.zukunft-rotlicht.info

     

  • Howard Chance wünscht ein Frohes Weihnachtsfest!

    Möge die Kraft mit Euch sein – Auf bald! – Bis dahin!

    Zum Weihnachtsfest 2025 wünsche ich allen Freunden und Bekannten, den lieben Kolleginnen und Kollegen aus nah und fern und natürlich allen Besucherinnen und Besuchern meines Webseiten ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

    Möge der Geist der Weihnacht allzeit mit Euch sein und wir uns stets der guten Traditionen besinnen, die uns prägen. Die Zeit der heimeligen Kindheit ist längst vorbei was die Zukunft bringt, bleibt leider oder aber zum Glück im Verborgenen.

    Geniesst die Zeit, die uns bleibt … macht das Beste aus der Gegenwart und findet Eure eigene Weihnachtsbotschaft in einer Zeit, die nicht unbedingt von Freude geprägt ist. Auch im neuen Jahr wird es vermutlich wieder Sorgenfalten geben. Weg damit … einstweilen!

    Was hilft es? – Wir gehen weiter in die Zeit mit hoffentlich guten Gedanken und Zielen … was anderes bleibt uns ja auch nicht übrig. So hebe ich den Punsch auf Euch und freue mich auf ein Wiedersehen an und nach den Feiertagen.

    Jedes Jahr zur Weihnachtszeit
    macht sich ein Gefühl ganz breit:
    Fast jeder fühlt sich träg und matt
    weil er sich überfressen hat.

    In so manchem Freudenhaus
    gehn temporär
    die Lichter aus.
    Die Damen reisen
    nun nach Hause,
    gönnen sich ne Weihnachtspause.

    Doch nach eingen tristen Tagen,
    kommt auf die Betten frisches Laken.
    Dann wird fröhlich Punsch gemacht
    und dabei dann auch gelacht!

    Ihr / Euer Howard Chance

  • Howard Chance – Kreative und organisatorische Weihnachtspause

    Vorweihnachtliche Gedanken 2025 – Rückblick & Ausblick – Lametta

    Liebe Freundinnen und Freunde, Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren,

    das Jahr 2025 war für mich als Berater und vorallem als „Lobbyist“ vom Bündnis für legale Prostitution sowohl arbeits- wie abwechslungsreich. Das drohende Sexkaufverbot überschattete andere Aktivitäten und es hat wenig Freude bereitet die vielfältigen Angriffe auf unsere Branche zu ertragen. Nun, man darf das natürlich nicht persönlich nehmen, aber der Gegenwind der Sexkaufgegner:innen und deren Sympathisanten war mitunter schon geschmacklos. Aber: das Rotlicht ist von jeher einiges gewohnt und ja nicht für Zimperlichkeit bekannt.

    Die Gründung des Bündnisses für legale Prostitution Ende 2024 war genau die richtige Entscheidung, um Kräfte zu bündeln und Synergien zu wecken und zu nutzen. Im ersten Halbjahr habe ich mit der verehrten Kollegin Stephanie Klee intensiv an der redaktionellen Gestaltung unseres Faktenreaders „Kein Sexkaufverbot“ gearbeitet und an dieser Stelle möchte ich auch nochmal allen Autorinnen und Autoren sowie dem Koordinierungsteam und dem Beirat herzlich für die Mitarbeit und Unterstützung danken.

    Durch den kurzfristigen wie mutwilligen Rücktritt eines „Bündnis-Partners“, der die grafische Gestaltung und den gesamten organisatorischen Ablauf managen wollte, erschien der Reader leider verspätet und Stephanie und ich mussten auch diesen Part zwangsläufig übernehmen. Das sich hieraus auch noch unschöne Auseinandersetzungen ergaben und sich sogar noch ein völlig unnötiger Rechtstreit entwickelte, ist eingeweihten Partnern bekannt, eine weitere Thematisierung möchte ich der Öffentlichkeit hier aber ersparen.

    Der Faktenreader ist sowohl online, wie auch in gedruckten Version ein sehr erfolgreiches Produkt geworden, eine Faktensammlung, die in der Diskussion bislang fehlte und die wir nun für die weitere politische Überzeugungsarbeit intensiv nutzen. Hier auch nochmals ein Dank an die Förderer aus der Branche, die das Projekt finanziert haben.

    https://www.kein-sexkaufverbot.de

    Die Themen „Sexkaufverbot“ und „Nordisches Modell“ wurden durch eine Emma-Preisverleihung und den von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner entfachten „Medien-Wirbel“ zum Jahresschluß nochmals in eine breite Öffentlichkeit gebracht. Alle bedeutenden Medien berichteten ausführlich und in einer Breite, wie man es seit Jahren nicht mehr erlebt hat. Erstaunlich!

    Die CDU/CSU setzt sich nun wieder besonders nachdrücklich für das Verbot ein und auch in der zur Koalition gehörenden SPD gibt es durchaus potentielle Befürworter. Eine politische Mehrheit sehe ich hier momentan parteiübergreifend nicht, aber wer weiß wohin die Reise zukünftig geht.

    Nach der „großen Aufregung“ hat das Bundesfamilienministerium inzwischen völlig unaufgeregt eine „Prostituiertenschutz-Kommision“ einberufen, die sich in Folge der erfolgten Evaluation des Prostituiertenschutzgesetzes in den kommenden 18 Monaten mit Reform- und Anpassungsvorschlägen befassen bzw. solche erarbeiten soll. Die Kommision besteht vorwiegend aus Juristinnen und Juristen, von denen ich eine faktenbezogene Arbeit erwarte, die nach meiner Einschätzung und Hoffnung nicht zur Empfehlung der Einführung eines „Nordischen Modells“ führen wird.

    Natürlich gibt es Dinge, die man am bestehenden ProstSchG verbessern kann und sollte und natürlich muss parallel auch der Kampf gegen Menschenhandel und Ausbeutung intensiviert werden! Wir propagieren die „legale gesetzeskonforme Sexarbeit“ und diese schließt all die strafbaren Dinge aus, die unsere Gegner:innen der gesamten Branche unterstellen! Punkt!

    Ich breche an dieser Stelle für dieses Jahr die Argumentation ab und zwar nicht, weil es nichts mehr zu sagen oder zu tun gibt, sondern weil ich aus persönlichen und organisatorischen Gründen eine kleine Pause einlegen muss. Ich bin ja auch nicht der jüngste Genosse und muss mich auch hin und wieder um meine diabetische wie mentale Gesundheit kümmern.

    Die meisten Dinge habe ich im Griff, aber die Akkus müssen mal wieder aufgeladen werden und neben einer akut notwendigen räumlichen Veränderung, muss ich mich in den kommenden Wochen ein wenig neu sortieren und bitte daher um Verständnis, dass ich meine virtuelle Präsenz für eine kurze absehbare Zeit zurückfahre.

    Für das „Bündnis für legale Prostitution“ hat die Aktionsplanung für 2026 bereits begonnen. Nach der heimeligen Weihnachts- und Neujahrsphase planen wir bundesweit Lesungen und Diskussionsveranstaltungen, bei dem wir Präsenz zeigen und ins Gespräch kommen wollen.

    Dabei brauchen Stephanie Klee, der ich an dieser Stelle für die hervorragende Zusammenarbeit danke, und ich auch im neuen Jahr Ihren / Euren Support in jeglicher Art und Weise. Wir melden uns dazu im Neuen Jahr, wenn wir unsere Gedanken sortiert haben.

    Für heute … habe ich fertig … Flasche leer …

    Die Weihnachts- und Neujahrsgrüße werden wie gewohnt folgen und viele Kolleginnen und Kollegen werde ich in meiner „Rekonvaleszenz-Phase“ ganz sicher noch persönlich kontaktieren.

    Glück auf und schöne Feiertage wünscht bereits heute

    Ihr / Euer

    Howard Chance

    https://www.zukunft-rotlicht.info

     

  • Ungewöhnliche Prostituierten-Schutzkommision berufen! – Good luck!

    Ungewöhnliche Prostituierten-Schutzkommision berufen! – Good luck!

    affirmanti incumbit probitas

    Am Montag, dem 24. November 2025, hat Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) wie angekündigt die sogenannte „Prostituierten-Schutzkommision“ einberufen und diese hat am gleichen Tag die Arbeit aufgenommen.

    Unter Vorsitz von Prof. Dr. Tillmann Bartsch, der auch für die erfolgte Evaluation des ProstSchG verantwortlich zeichnete, sind 12 Expertinnen und Experten in die Kommission berufen worden.

    Mit Dr. Angelika Allgayer (Richterin am Bundesgerichtshof), Dr. Stefanie Killinger (Präsidentin des Verwaltungsgerichts Göttingen und Richterin am Niedersächsischen Staatsgerichtshof), Prof. Dr. Gregor Thüßing (Arbeits- und Sozialrechtler der Universität Bonn), Prof. Dr. Matthias C. Kettemann Professor für Innovation, Theorie und Philosophie des Rechts) und Prof. Dr. Tillmann Bartsch (Professor für Empirische Kriminologie und Strafrecht und stellvertretender Direktor des KFN) sind 5 hochkarätige forschende und lehrende Juristinnen in der Kommission tätig.

    Mit der ehemaligen und jetzt pensionierten Duisburger Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels und dem Düsseldorfer Oberstaatsanwalt Stefan Willkomm sind zwei weitere Juristen aus dem Bereich der Strafverfolgung im Gremium vertreten, zu dem als weitere Mitglieder die Kriminaloberrätin Helga Gayer (BKA – Abteilung Menschenhandel / Zwangsprostitution), Dr. Katrin Baumholder (Gesundheitsamt der Stadt Köln), Maike van Ackern (Sozialarbeitein der Caritas Essen) und die Herren Jörg Makel und Mark Mrusek gehören, die wir nach unseren Recherchen dem Bereich der Polizei zuordnen.

    Die Besetzung der Kommission sorgte in unserer Branche für Verwunderung: so sind weder die bekannten Verbände der Sexarbeit und deren Vorstände berufen worden, noch nahm man, mit Ausnahme von Frau Dr. Elke Bartels und dem Evaluationsleiter Prof. Dr. Tillmann Bartsch, Rückgriff auf die einschlägig bekannte Juristinnen und Juristen, die sich seit vielen Jahren mit dem Thema Prostitution beschäftigen und in diversen Expertenrunden und Anhörungen bereits mitgewirkt haben. Auch aus dem Lager der Sexkaufgegner wurden keine prominenten Vertreter:innen berufen.

    Bundesministerin Karin Prien, die ja selbst Juristin ist, ist es offensichtlich an einer sachlichen Aufarbeitung der Evaluation gelegen, wo es um Auswertung der vorliegenden Fakten geht, und wo emotional empörte Aufrufe, wie zuletzt die „Klöckner-Warken-Initiative“, keine Rolle spielen sollen.

    Aufgabe der Kommission wird es sein die in der Evaluation des KFN enthaltenen Empfehlungen zur „Verbesserung des ProstSchG“ zu behandeln und diesbezüglich weitere Details zu erforschen und danach die Empfehlungen zu präzisieren und möglicherweise zu erweitern. Es geht also quasi um „Reformvorschläge“ zum ProstSchG, um konkrete Vorschläge über die die Politik dann zukünftig entscheiden wird.

    In der Arbeit der Kommission wird vermutlich die übliche 5-stufige-Juristenmethodik (Normenfindung, Normenanalyse, Normauslegung, Rechtsanwendung, Argumentation) Anwendung finden und da ist es dann sehr hilfreich, wenn fast das gesamte Gremium „vom Fach“ ist. Nur so kann eine stringente Arbeit erfolgen und bereits in 12 Monaten sollen erste Ergebnisse vorliegen.

    Wenn die Kommission die vorhandenen Fakten juristisch unemotional analysiert und prüft, sehe ich persönlich dem Ergebnis gelassen entgegen. Dass die Kommission abschließend ein Sexkaufverbot nach dem „Nordischen Modell“ empfehlen wird, halte ich für sehr unwahrscheinlich, weil dies den Regeln der (juristischen) Vernunft wiedersprechen würde.

    Vorhandene Missstände (neu) zu benennen und abzustellen, ist ein respektables Ziel und hier sehe ich die berufenen „unaufgeregten Juristen“ als große Chance, dass die Fakten die Dogmen schlagen.

    Wir haben mit unserem „Faktenreader“ bereits zahlreiche Argumente vorgelegt und werden natürlich auch die Expertkommision mit unserm Druckwerk bestücken. Darüber hinaus sind wir zu jeglichem Dialog bereit, um unsere Standpunkte glaubwürdig zu vermitteln.

    Das man „die Betroffenen“ nämlich Sexworker und Bereiber:innen in der Expertenrunde nicht berücksichtigt, ist zwar ein deutlich bitterer Wermutstropfen, aber der überaus freche Kommentar der ebenfalls nicht berücksichtigten Gegner „wer fragt denn die Frösche, wenn man einen Sumpf trockenlegen will“ hat eine gewisse Wahrheit, wobei die 12 benannten Experten natürlich jederzeit die Möglichkeit haben weitere Expertise von allen Seiten einzuholen.

    In der Hoffnung, dass nun bald wieder mehr (weihnachtliche) Ruhe einkehrt, verbleibe ich für heute mit den besten Wünschen und der Hoffnung:

    da mihi factum, dabo tibi ius

    Ihr / Euer

    Howard Chance

    https://www.zukunft-rotlicht.info

    https://www.kein-sexkaufverbot.de