Prostitution 2017 – Presseschau – Stadt Frankfurt plant Sexworker-Beratung
Die Stadt Frankfurt am Main plant nach einem Bericht der Frankfurter Rundschau vom 30.03.2017 momentan die notwendige Sexworker-Beratung im Rahmen des neuen Prostitutionsgesetzes, das zum 1. Juli 2017 Inkrafttreten wird.
Dazu soll ein Beirat geschaffen werden, der aus Vertreter von Gesundheitsamt, Sozialverwaltung, Frauenreferat, Ordnungsamt und Polizei bestehen wird. Die Regierungskoalition aus CDU, SPD und Grünen möchte mit dieser fachlich breit aufgestellten Arbeitsgruppe das neue Gesetz in Frankfurt umsetzen.
Der „weltoffenen Umgang mit freiwillig erbrachter, selbstbestimmter Sexarbeit“ ist dabei in Balance mit humanen Arbeitsbedingungen zu bringen, verlautete aus dem Frankfurter Römer, wo der Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) die Koordination verantwortlich übernehmen soll.
Man macht sich in Frankfurt, wo es eine Vielzahl von Sexworkern und Bordellen gibt, intensive Gedanken, wobei die Zeit natürlich gegen die Stadt arbeitet. Es sind nur noch 3 Monate Zeit, bis das Gesetz seine Kraft entfaltet und bis dahin sollte die Stadt Frankfurt ein tragfähiges Konzept haben, damit nicht auf den amtlichen Fluren das Chaos ausbricht!
Kritik kam erneut von der Organisation Dona Carmen e.V. aus dem Frankfurter Bahnhofsviertel. Hier spricht man von „polizeilicher Reglementierung von Prostitution“ und von „Stigmatisierung“ und verweist auf eine noch einzulegende Verfassungsbeschwerde, der
aber in Fachkreisen nur wenig Erfolgsaussichten beigemessen werden. Bis zum 1. Juli 2017 wird da sicher nichts passieren und die Stadt Frankfurt muß handeln.
Die von der Frankfurter Rundschau angedeutete möglicherweise „vorherige Prüfung der Rechtsvorschriften“ (also vor Inkrafttreten des Gesetzes) wird nicht stattfinden, da dazu erst einmal eine Verfassungsbeschwerde eingereicht werden müßte. Dies geht im normalen Verfahren aber erst, wenn das Gesetz bereits praktiziert wird!
Vor dem Ernten kommt das sähen, kann man da nur erfürchtig munkeln. Seit Herbst 2016 warten wir nun auf die „Verfassungsbeschwerde“ und inzwischen ist viel Wasser den Main hinunter geflossen und die Zeit verrinnt zunehmens …
Die einen vertrauen auf Gott, andere auf Allah und wiederum andere auf „Dona Carmen“. Welche Strategie nun die richtige sein wird, lasse ich mal unbeantwortet. Machen Sie sich selbst ein Bild, liebe Leserin und lieber Leser!
Prostitution 2017 – Neue Allianzen, Partnerschaften und Projekte
Die vergangene Woche stand mal wieder ganz im Zeichen von Rundreisen durch die Republik und nach den Stationen Berlin, Hannover und Köln, ging es dann am Freitag nach Frankfurt am Main, wo das geschmackvolle Hotel Steigenberger Metropolitan direkt am Hauptbahnhof, welches ich übrigens ausdrücklich empfehlen kann, inzwischen zu einer Art „Consulting Wohnzimmer“ geworden ist. Hier lässt sich gut beraten, diskutieren und austauschen, was ja Sinn und Zweck meiner Reisen ist.
In der vergangenen Tagen sind in Frankfurt neue Allianzen und Partnerschaften entstanden, die sehr vielversprechend sind und die mein Consulting um einige wichtige Bereiche erweitern werden.
Consulting / Projekt-Entwicklung für Investoren bundesweit
Zum einen gibt es einen neuen Kooperationspartner, der, genau wie ich auch, einige Jahrzehnte im operativen Rotlicht-Geschäft aktiv war und nun seine vielfältigen Erfahrungen in ein gemeinsames Projekt einbringen wird. Dabei geht es konkret nicht nur um Beratung von bereits existenten Betrieben, sondern auch um die Betreuung von Investitionsprojekten im Rotlicht-Bereich, wo für die gesetzeskonforme Ausübung der Prostitution bundesweit geeignete und genehmigungsfähige Immobilien entstehen müssen, da durch die anstehende Schließung von Wohnungsbordellen und Clubs Kapazitäten (Locations) fehlen werden. Es gibt schon jetzt merklichen Bedarf und es gibt durchaus auch Investoren, die an solchen Projekten stark interessiert sind oder bereits mit der Erschließung von Objekten begonnen haben! Am vergangenen Freitag haben wir nun erste Verabredungen getroffen und wir werden in den kommenden Wochen unsere neuen Projekte gemeinsam entwickeln und vorstellen, sobald wir die ersten Ausarbeitungen erstellt haben.
Workshops / Aktive Unterstützung für den Escort-Sektor
Zum anderen wurde in Frankfurt mit einer sehr erfolgreichen Escort-Unternehmerin aus Süddeutschland eine Zusammenarbeit angedacht, die sich auf die praktische Umsetzung des neuen Prostitutionsgesetzes bezieht und bei der wir einfach Kräfte bündeln und Synergien erzeugen möchten. Die Frage ist hier nicht (mehr), wie man das Inkrafttreten des neuen Gesetzes verhindert, sondern, wie man Lösungen findet, um Escort-Damen Mitte des Jahres möglichst „elegant“ bei der notwendigen amtlichen Registrierung zu unterstützen und diesem unangenehmen Vorgang möglichst seinen Schrecken zu nehmen. Auch hier werden wir von der Theorie in die Praxis gehen und nicht nur leere Sprüche verbreiten!
Notwendige Erweiterung des Experten-Netzwerkes
Zusätzlich gab es in Berlin und Frankfurt auch Gespräche zur Erweiterung des Experten-Netzwerkes. Rechtsanwälte und Steuerberater mit intensiver Branchenkenntnis sind absolute Mangelware und ich stolpere fast täglich über fragwürdige „Rechtsgutachten“, deren Autoren sich selbst überlisten und sich der weitreichenden Ahnungslosigkeit überführen. Hier kann viel Schaden entstehen, für den dann hoffentlich eine Vermögensschadens-Haftpflicht einstehen wird. Doch soweit muss es ja nicht kommen, wenn sich unser Netzwerk mit Experten weiter konstruktiv aufstellt und wir die stetig wachsende Mandantschaft inhaltlich überzeugen können!
Das Frankfurter Wochenende war äußerst erfolgreich! Auch wenn vieles dabei noch nach „Vision“ klingt und ich ganz bewusst noch inhaltliche Worthülsen verwende, bis Dinge spruchreif sind, kann ich versichern, dass wir auf einem guten Weg sind und dass unsere neuen „Produkte“ sicher sehr interessant und durchaus effektiv sein werden. Deswegen dürfen Sie auf die weiteren Entwicklungen gespannt sein! Die Uhr läuft ständig weiter und ich bleibe für Sie immer am Puls der Zeit und der Entwicklungen. Glück auf!
Prostitution 2017 – Finanzminister Schäuble befreit Stundenhotels von Umsatzsteuer!
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist ein Mann der Zahlen und steuerlichen Erträge und hat es mit seiner ergebnisorientierten Steuerpolitik geschafft, beachtliche Überschüsse zu erzielen, über deren Verwendung die Regierungskoalition in Berlin gerade trefflich streitet: soll man alte Schulden tilgen oder verwendet man die unerwarteten Milliarden für Investitionen in Bildung, Infrastruktur und ähnliches? Das wollen wir jetzt hier nicht diskutieren, da wir auf die kommenden Entscheidungen in dieser Sache eh keinen Einfluss haben, sondern unsere Volksvertreter dies im Rahmen ihres Mandats entscheiden werden.
Interessant war eine Meldung der Bild-Zeitung aus den vergangenen Tagen, wo mal wieder plakativ und geradezu schreiend getitelt wurde:
SCHÄUBLE-ENTSCHEIDUNG – Warum Sex-Hotels jetzt steuerfrei sind
Der Bundesfinanzminister hat sein Herz für die Sex-Hotels entdeckt? Das klingt nun reichlich merkwürdig, zumal der Normalbürger sich unter dem Begriff „Sex-Hotel“ so recht nichts vorstellen kann. Sind damit etwa Eros-Center und ähnliches gemeint? Wenn man den Begriff googelt, wird man auch nicht viel schlauer und den Bild-Artikel kann man online nur lesen, wenn man ein kostenpflichtiges Abo für Plus-Inhalte erworben hat oder erwirbt. Doch wenn es einen solchen Schäuble-Erlass wirklich gibt, muss es doch auch andere Quellen geben, die darüber berichten und das Ministerium selbst kann sicher auch Informationen liefern.
Und in der Tat: In einer internen Mail an die Obersten Finanzbehörden der Länder vom 17. Januar 2017, fand ich die notwendigen Informationen:
Umsatzsteuerbefreiung nach § 4 Nr. 12 UStG bei stundenweiser Überlassung von Hotelzimmern
Das klingt doch gleich anders als der Bild-Titel und im Ergebnis haben wir es mit einem Erlass zu tun, der eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs von 2015 in die amtliche Praxis umsetzt! Da die halbstündliche oder stündliche Überlassung von Hotelzimmern für spezielle Zwecke (Seitensprung, Beischlaf, Prostitution) nicht als „Beherbergung“ zu betrachten ist (so das Gericht), ist keine Umsatzsteuer zu erheben, da ohne vorliegend Beherbergung eine steuerfreie Vermietungsleistung vorliege. Das ist dann in der Handhabung so wie bei einer privaten Mietwohnung, wo ja auch prinzipiell keine Umsatzsteuer fällig wird.
Mal wieder viel Lärm um fast nichts und keine einsame verwegen Ministerentscheidung mit reformatorischem Charakter, aus der sich generelle Zugeständnisse an das deutsche Rotlicht-Gewerbe ableiten lassen. Bei der Besteuerung der „Proschtitution“ (so würde es wohl verbal bei Schäuble klingen) bleibt der Bundesfinanzminister hart und der Bekämpfung der Steuerhinterziehung verbunden.
Wer sich für den Stundenhotel-Erlass dennoch interessiert, der wird unter folgendem Link beim Bundesfinanzministerium fündig:
Januar 2017 – Beratungstermine in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Berlin – Köln – Rhein – Main
Das neue Jahr beginnt neben notwendigem Schneeschaufeln mit einer gut einwöchigen Büro-Phase, wo ich die Aufgaben auf meinem gut gefühlten Schreibtisch erst einmal abarbeiten muss, da einige Kundinnen und Kunden schon seit längerem auf Vorschläge und Antworten zu gestellten Fragen warten und ich meine Termine für die nächsten Monate sinnvoll koordinieren muss, um nicht im Chaos zu versinken. Durch die vorweihnachtliche Hektik ist leider einiges unerledigt geblieben und nun gehe ich ein wenig in Klausur, bevor meine nächste Dienstreise in den Osten der Republik geht.
Vom 12. bis zum 13. Januar 2017 bin ich in Thüringen unterwegs, am 14. Januar führt mich mein Weg nach Sachsen-Anhalt und vom 15. bis 19. Januar habe ich Verabredungen in Berlin, wo auch Arbeitstreffen mit Geschäftspartnern und Mitarbeitern stattfinden werden.
Bei den bereits fest geplanten Beratungsterminen geht es hauptsächlich um die Konzeptentwicklung für das erfolgreiche (Weiter-)Betreiben von Bordellbetrieben, Massage-Studios und Terminwohnungen, aber auch um notwendige Umstrukturierungsmassnahmen bei etablierten Escort-Services, die demnächst ja als Prostitutionsvermittler gelten werden und durch das neue Gesetz ebenfalls erlaubnispflichtig werden. Die vereinbarten Gespräche dienen dabei primär einer ersten gründlichen Situationsanalyse, der dann im Einzelfall auch weitere Schritte folgen werden.
Dabei ist die Vielfalt der „vorkommenden“ Problemstellungen immer wieder überraschend und die Beratung ist dadurch immer wieder herausfordernd, was aber auch den Kopf merklich frisch hält!
Während ich in Thüringen und Sachsen-Anhalt durch das vorgegebene Zeitfenster und die damit verbundene Anzahl der Termine auf dieser Reise keine weiteren Beratungs-Dates mehr anbieten kann, sieht es in Berlin diesbezüglich anders aus: da ich mindestens 5 Tage in der Hauptstadt verweilen werde, habe ich noch Zeit für spontane Meetings und freue mich über Nachricht, wenn hier ein kurzfristiger Bedarf bestehen sollte. Ich bin ja für meine Flexibilität bekannt und kann in Berlin auch immer spontan agieren!
Nach den Tagen in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Berlin, geht es dann Ende der dritten Januarwoche nach Köln/Düsseldorf und danach einige Tage wieder ins Rhein-Main-Gebiet, wo ich durch eine Vielzahl von Anfragen schon fast ein stationäres Büro benötige.
Leider keine Zeit zum großen „Verweilen“ … den die Zeit drängt und der schicksalshafte 1. Juli 2017 rückt (leider) immer näher. Packen wir es an! – Hurra!
Prostitution – Marktforschung in Frankfurter Eroscentern
Obwohl der Sinn meiner letzten Frankfurt-Reise eigentlich ein ganz anderer war, blieb mir am vergangenen Wochenende durch bereits benannte unerfreuliche Umstände, etwas Zeit, um ein wenig in die situative Erforschung real existierender „Zustände“ einzusteigen. Dazu machte ich mich für einige wenig lustvolle Stunden zum angeblichen „Freier“ und begab mich auf eine „Laufhaus-Rallye“ durch Eroscenter im Zentrum von Frankfurt am Main.
Mich reizte weniger die nackte Haut, die es dort in Hülle und Fülle gab. Davon habe ich in den vergangenen Jahren schon mehr als genug gesehen und dementsprechend ist das für mich eher „Normalität“ als Reiz. Mich interessierte, welche Angebote man in den größten Laufhäusern der Republik bekommt und ob sich die Sexworker dort überhaupt Gedanken über das neue Prostitutionsgesetz machen, das ja schon in einem guten halben Jahr auch im besuchten Quartier zwangsläufig gelten wird.
Die Laufhäuser in der „Breiten Gasse“ werden in Freierforen für ein besonders gutes Preis/Leistungsverhältnis gepriesen und beherbergen fast ausschließlich Damen aus Südamerika, Thailand und Osteuropa. Bei meinem Besuch traf ich außer der deutschen Oma Christa, die mit 70 Jahren wohl die älteste aktive Sexworkerin dort ist, keine weitere deutsche Dienstleisterin an! Latinas liegen im Trend und beherrschen zahlenmäßig den Markt in der Gasse. „Mi amor“ ist die gängige Begrüßungsformel und viel weiter gehen die Sprachkenntnisse dann leider auch nicht. Aber wer kommt auch zum reden in den Puff?
Für ganze 25 € wird das Basisprogramm im Flur angeboten: Blasen, Ficken, Position. Das alles „langsam, langsam“ abgehen soll, wird auch immer wieder betont und die Floskeln hört man durchgängig durch den Flur hallen. Für nur 5 € mehr ist auch Blasen ohne zu bekommen und ab 40 € bieten viele Ladies auch ganz unverblümt und ohne vorgehaltene Hand den totalen Gummiverzicht beim Verkehr an. Das hatte ich schon in Foren gelesen, wollte mir aber eben die Bestätigung holen, die ich dann auch bekam.
Ohne nach dem besonderen „katholischen Service“ (Codewort für tabulosen Sex) zu fragen, bekam ich innerhalb einer Stunde bestimmt 10 solcher Angebote, wobei ich den Eindruck gewann, dass AO durchaus normal ist, wenn man denn ein paar Taler mehr investiert. Wenn in über 10 Zimmern der gummifreie Genuß für 40 € offeriert wird, wird man mit einem 100 €-Angebot sicher auch die „überzeugen“ können, die nicht offensiv mit dem speziellen Service werben! – Behaupte ich einfach mal.
Das „Geschäft“ scheint allgemein nur mittelmäßig zu laufen und die über 100 € tägliche Zimmermiete muss man ja mindestens verdienen. So ist es erforderlich den Kunden das anzubieten, was diese wollen, sonst bleibt man einfach auf der Strecke. Risiko gehört zum Geschäft und wird eingegangen, um mehr oder weniger überleben zu können. Mehr ist es nicht, denn bei den genannten Tarifen kann man nur mit „Masse“ Geld verdienen und ich will überhaupt nicht darüber nachdenken, was dabei für die Frauen wirklich übrig bleibt.
Nach dem neuen Gesetz ist der angebotene Service demnächst absolut verboten! Ich befürchte aber, dass sich dies bei den Anbieterinnen bis jetzt überhaupt nicht rumgesprochen hat! Deutsche Sexworker können im Internet recherchieren, haben Infos aus der Zeitung oder sonst irgendwie davon gehört. Doch Damen aus Kolumbien, Thailand und Osteuropa finden im Internet kaum Informationen in ihrer Landessprache und setzen sich so mit dem Thema gar nicht auseinander! Hier wäre eine staatliche Informationskampagne dringend notwendig, selbst wenn diese nur aus Flyern des Gesundheitsamtes in diversen Sprachen bestehen würde.
Ich stelle mir die Frage, wie es ab Mitte 2017 in den von mir besuchten Centern aussehen wird. Was wird der Standardservice (mit Schutz) dann kosten? Wollen die Freier diesen Service dann überhaupt noch haben? Wie wollen die Betreiber eigentlich die Kondompflicht umsetzen, wenn dabei die Gefahr besteht, dass keine Sexworkerin mehr die Zimmermiete erwirtschaften kann? Auf die Sexworker und auf die Betreiber kommen harte Zeiten zu und ich habe keine Idee, wie man den Spagat zwischen Gesetzestreue und Geldverdienen hier auch nur ansatzweise bewältigen kann. Darum werde ich im Sommer wiederkommen und mir die Veränderungen dann sorgfältig ansehen.
Ein Hoch auf die Pressefreiheit! – Ein Hoch auf die Meinungsfreiheit!
Der Koffer war schon fast gepackt, das Bahn-Ticket (Sparpreis) längst gekauft, das Hotel bereits frühzeitig gebucht, um am kommenden Freitag, dem 16.12.2016 an dem Koordinierungstreffen zur geplanten Verfassungsbeschwerde teilzunehmen. Ich hatte mich ordnungsgemäß angemeldet, hatte eine Bestätigung bekommen und war guter Dinge. Vorallem war ich auf die Vorstellung der Klageschrift sehr gespannt und hatte mir schon einige grundlegende Fragen überlegt, die ich gerne in die Diskussion einbringen wollte.
Flöte gepfiffen! Nachdem ich Dona Carmen für die Einladung und die Anmeldebestätigung per Mail gedankt hatte und für die Initiative auch medial die Werbetrommel gerührt hatte, erreichte mich heute morgen eine Mail von Juanita Henning, in der meine „Zulassung“ (man beachte das bezeichnende Wort) zur Veranstaltung zurückgenommen wurde. Oh Schreck!
Nun werde ich ja in diversen Foren als „Sexworker-Schreck“ verunglimpft und es wäre ja möglich gewesen, dass man dies in Frankfurt vernommen hätte und man einen solchen Tunichtgut einfach nicht dabei haben will. Aber die Begründung war eine ganz andere:
Sehr geehrter Herr Chance,
aufgrund Ihrer Mail vom 11.12.2016 sehen wir uns gezwungen, Ihre Zulassung zum zweiten Koordinierungstreffen am 16.12.2016 zurückzunehmen. Sie schreiben uns, dass Sie bei Huffington Post / Focus online von dem Koordinierungstreffen berichten werden.
Wir möchten Sie hiermit darauf hinweisen, dass wir grundsätzlich keine
Journalisten zu dem Koordinierungstreffen bezüglich der Verfassungsklage
gegen das Prostitutiertenschutzgesetz zulassen. Das war schon beim ersten Treffen im September 2016 so, das werden wir auch weiterhin so handhaben.
Dona Carmen e. V. sieht sich in der Verantwortung, den freimütigen
Prozess der Meinungsbildung und Entscheidungsfindung bezüglich der Klage
gegen das Prostituiertenschutzgesetz in einem geschützten Raum
stattfinden zu lassen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt besteht kein Interesse, die eine oder andere Aussage auf dem Treffen anschließend im öffentlichen Raum, sei es in den Medien oder in den so genannten sozialen Netzwerken, wiederzufinden.
Wir haben mit dieser grundsätzlichen Haltung auf den von uns in mehreren
Jahren durchgeführten „Frankfurter Prostitutionstagen“ gute Erfahrungen
gemacht und werden das auch in diesem Falle so handhaben.
Wir haben daher bereits entsprechende Anfragen anderer Journalisten auf
Teilnahme am zweiten Koordinierungstreffen abschlägig beschieden und
werden im Sinne der Gleichbehandlung hiermit auch Ihnen gegenüber so
verfahren.
Wir bitten um Ihr Verständnis unserer Position und darum, diese
Entscheidung zu respektieren.
Wir werden selbstverständlich das Ergebnis des Treffens vom 16.12.2016
der interessierten Öffentlichkeit in einem zusammenfassenden Statement
bekanntgeben. Darauf können Sie sich dann gerne beziehen.
Zu einem späteren Zeitpunkt, wenn es der Entscheidungsprozess sinnvoll
erscheinen lässt, werden wir sicherlich zusammen mit anderen Beteiligten
der geplanten Verfassungsklage eine Pressekonferenz einberufen.
Dazu sind Sie selbstverständlich eingeladen.
Mit freundlichen Grüßen
Juanita Henning
Fürchtet man in der Frankfurter Elbestrasse die bekannte „Lügenpresse“ oder verfährt man wie damals die SED, die dem „Neuen Deutschland“ die selbstgeschriebenen Artikel schickte, damit meinungskonform berichtet wurde?
Wie will man eine breite Öffentlichkeit für ein Vorhaben gewinnen, wie will man Spenden sammeln, wenn man der Öffentlichkeit und den Medienvertretern den Zutritt verweigert und damit den Eindruck erweckt, etwas verbergen zu wollen? Die sogenannte 4. Macht im Staat ist meinungsbildend, meinungsverbreitend und hat zudem eine wichtige Kontrollfunktion. Welche Suppe wird denn da am Main gekocht und warum will man sich nicht positionieren?
„Gemeinsam an einem Strang ziehen!“ … Das war das Motto der Einladung … Lach!
Das Vorhaben von Dona Carmen betrachte ich nach wie vor als unterstützenswert. Die Art des Agierens und der selbstgewählten Ausgrenzung finde ich recht seltsam! Dies sehen auch einige lokale Medienvertreter ähnlich wie ich und dementsprechend werden bei der irgendwann einmal stattfindenden „Pressekonferenz“ sicher auch einige Leute fernbleiben, u.a. die, die ihre „Zulassung“ diesmal verloren haben und sicher auch die, die vorgefertige Texte abdrucken sollen!
In diesem Sinne „Glück auf!“ und ein Frohes Fest!
PS … ich fahre natürlich am Freitag trotzdem nach Frankfurt, da ich noch andere erfreuliche Termine vereinbart habe, wo es nicht so merkwürdig zugeht, wie beim Verein in der Elbestraße. Ein Segen!
Von Donnerstag, dem 15.12., bis Sonntag, 18.12.2016, bin ich erneut in Frankfurt am Main, um Termine mit Partnern wahrzunehmen, um am Koordinierungstreffen zur geplanten „Verfassungsbeschwerde“ bei Dona Carmen e.V. teilzunehmen und um dann noch einige Beratungstermine durchzuführen. Als „Basis“ habe ich diesmal das Welcome-Hotel an der Frankfurter Messe gewählt, wo geeignete Räume für diskrete Gespräche zur Verfügung stehen werden.
Frankfurt am Main gehört in Deutschland zu den bereits gut „überwachten“ Rotlicht-Metropolen: Sittendezernat, Stadt-Polizei und Ordnungsamt sind im Milieu vielfältig aktiv, ebenso die lokalen Steuerbehörden. Da es in der Mainmetropole schon seit Jahren eine Sexsteuer gibt, sind die existierenden Rotlicht-Betrieb und die Dienstleisterinnen bereits weitreichend erfasst und diese vorliegenden Daten sind für die Umsetzung des neuen Prostitutionsgesetzes Mitte 2017 sehr hilfreich, denn man weiß schon jetzt, welche bekannten Betriebe eine Erlaubnis zum Betreiben einer Prostitutionsstätte benötigen werden. Außerdem sind natürlich auch schon jede Menge Dienstleisterinnen bekannt, die sich in 2017 als Sexworker anmelden müssen.
Aus diesen Gründen und durch eine sehr gut aufgestellte Ordnungsverwaltung, kann man in Frankfurt nur mit wenig zeitlichem Spielraum rechnen und man darf sich nicht wundern, wenn die Post vom Ordnungsamt früher als in anderen Städten im Briefkasten liegt.
Erstaunlich ist übrigens, dass in Frankfurt/Main die Anzahl der „Massage-Studios“ besonders hoch ist, wobei viele davon recht erweiterte Leistungen anbieten, die natürlich eindeutig unter das neue Gesetz fallen werden. Wie in anderen Städten auch, wird durch die Gewerbeanmeldung eines „Massage-Instituts“ momentan eine baurechtliche Bewertung durch die Behörden verhindert. Was jetzt noch möglich ist und zumindest geduldet wird, kann Mitte 2017 mit Einführung des neuen Gesetzes zu einem erheblichen Problem werden!
Kein Wunder, dass ich zu diesem Thema die meistens Beratungsanfragen bekomme, da sich inzwischen herumgesprochen hat, dass es für geduldete Erotik-Betriebe in Wohngebieten keinen Bestandsschutz gibt und das die notwendige Erlaubnis zum Betreiben eines Prostitutionsgewerbes auch aufgrund baurechtlicher Unzulässigkeit abgelehnt werden kann!
Auch die in Frankfurt zahlreich vorhandenen Escort-Services beschäftigen sich bereits intensiv mit dem neuen Gesetz: hier wird befürchtet, dass viele nebenberufliche Escorts nicht bereit sein werden den berüchtigten „Huren-Ausweis“ zu beantragen. Wird es womöglich Personalmangel geben? Was machen die vielen „Kaufmich-Damen“ vom Main?
Also jede Menge Gesprächsbedarf und die Frage, wie man sich schon jetzt gezielt auf die neue Situation einstellen kann. Auch wenn es natürlich noch keine Erfahrungen mit der zukünftigen Umsetzung geben kann, ist das Gesetz sehr klar und eindeutig formuliert und mit den Inhalten sollte man sich frühzeitig beschäftigen!
Weihnachtsmärkte, Weihnachtshektik, Trubel überall! Nicht mein Ding, aber der Terminkalender ließ mir leider keine Wahl. Ich war in Berlin, in Hannover, in Düsseldorf, in Trier, in Koblenz und Frankfurt/Main in den vergangenen Wochen und habe eine Vielzahl von interessanten Terminen wahrgenommen und dabei leider nur dann und wann die Gelegenheit zu privatem Freizeitgenuss gehabt.
Bevor es in 14 Tagen feierlich unter den Tannenbaum geht und ich dann für eine Woche das neue Prostitutionsgesetz in den Schrank stelle, geht es in der kommenden Woche noch einmal auf eine kleine Tour durch die Republik. Nach einem Zwischenstopp in Köln, werde ich ab Donnerstag, den 15. Dezember, für einige Tage in Frankfurt/Main sein:
Erst die Arbeit … dann das Vergnügen … so lautet die Regel!
Neben einem Treffen mit einem wichtigen Medienpartner, steht das Koordinierungstreffen bei Dona Carmen e.V. auf der Agenda, wo es sicher viele neue Informationen zur geplanten Verfassungsbeschwerde geben wird und wo man auch Fachleute aus der ganzen Republik antreffen wird, die das Verfahren unterstützen, begleiten und beobachten werden. Ich bin sehr gespannt auf Herrn Rechtsanwalt Starostik, der seinen Entwurf am Freitag in den Räumen von Dona Carmen vorstellen wird!
Am Samstag, dem 17. Dezember, sind mehrere Beratungs- und Gesprächstermine geplant, die ich in einem Business-Hotel nahe Messe durchführen werde, wo ich auch nächtens logieren werde.
Mein Aufruf zu einem spontanen Sexworker-Treffen in Frankfurt (über Joyclub und Facebook) war leider bislang nicht von besonderem Erfolg gekrönt, aber auch im schon gemeldeten kleinen Kreis, werden wir sicher unseren Spaß haben und ich freue mich da besonders auf Ariane, die engagierte Kollegin aus Berlin, die ich so vor Weihnachten noch einmal treffen kann, um Meinungen auszutauschen
Ebbelwoi meets Glühwein?
So oder so ähnlich wird es sicher kommen und am Abend wird das Bahnhofsviertel diesmal ausdrücklich gemieden. Den Spaß hatte ich ja erst vor 3 Wochen und die Impressionen langen für sehr lange Zeit. Garantiert!
Wer aus dem Frankfurter Raum kurzfristig noch Gesprächsbedarf hat oder einfach zu unserem lockeren Sexworker-Treffen hinzustossen möchte, die oder der möge sich einfach kurz per Mail melden: howard.chance@t-online.de
Am Freitag, dem 16. Dezember 2016, präsentiert Dona Carmen e.V. in Frankfurt am Main den Entwurf der Verfassungsbeschwerde gegen das neue Prostitutionsgesetz. Zu diesem Anlass reisen eine ganze Reihe von Sexworkerinnen an den Main. Nun ist von einigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern angedacht, den Tag in gemütlicher vorweihnachtlicher Runde ausklingen zu lassen und dabei miteinander ins Gespräch zu kommen, als Ausklang eines sicher interessanten Tages.
Zeit und genauen Ort gibt es noch nicht, da wir noch in der Findungsphase sind. Klar, es wird in Frankfurt sein und der Termin wird abends gewählt, da die Leute ja in den meisten Fällen arbeiten müssen. Vielleicht hat jemand aus der Frankfurter „Community“ einen Location-Tipp? Dann würde ich mich über eine Rückmeldung freuen!
Der Aufruf zum Meeting erfolgt parallel auch im Joyclub, bei MC-Escort und bei Facebook, damit sich zusammen findet, was einfach zusammen gehört. Ich freue mich jedenfalls auf interessante neue Kontakte.
Frankfurt/Main: Bankenmetropole versus „The walking dead“
Frankfurt am Main ist immer eine Reise wert, gerade wenn im Advent der weihnachtliche Glanz am Römerberg einzieht und man die Kälte mit einer Tasse Glühwein bekämpfen kann und wenn man anschließend in die „Fressgass“ weiterzieht, um die Weihnachteinkäufe zu tätigen. Soviel zur Theorie und zu den stolzen Aussagen der Gesellschaft für Stadtmarketing, die unsere hessische Metropole touristisch vermarktet und Touristen wirksam anlocken möchte, die auch ohne Appell an den Adventswochenenden gerne an den Main pilgern.
Ich hatte am vergangenen Wochenende in Frankfurt geschäftlich zu tun und wurde dabei mit
ganz anderen Impressionen konfrontiert, die mich dann doch recht nachdenklich gemacht haben. Nun: der erste Tag mit Beratungsgesprächen in der geschmackvollen Lounge des Steigenberger Metropolitain, das darauf folgende orientalische Abendessen mit einer lieben wie charmanten Freundin im Restaurant des Hotel Villa Oriental, wo ich dann in einem Sultanszimmer die Nacht verbrachte, waren sehr positive Momente, die einem auf Reisen die Zeit versüssen. So lässt sich Arbeit mit den schönen Dingen des Lebens verbinden: was will man(n) mehr?
Ein Anruf zur Nacht beendete die Idylle radikal! – Ein Kollege, der schon seit vielen Jahren im
Bahnhofsviertel aktiv ist, meldete sich und wollte mich unbedingt noch in der Nacht treffen. Da es vom Hotel nur wenige Minuten bis ins Viertel waren, sagte ich notgedrungen zu und maschierte durch die kühl-neblige Nacht Richtung Amüsiermeile.
Schon auf dem Weg begegneten mir unzählige junge Männer mit gezückten Bier- und Schnapsflaschen, Magreb-Migranten, die mir penetrant Betäubungsmittel anboten und Bettlerinnen in osteuropäischer Landestracht, die ein „Nein“ zur verlangten Spende mit lautstarken Flüchen kommentierten. Ja, schon sehr romantisch! Vor einer Nachtbar mit Namen „Moulin Rouge“, versperrte mir ein älterer Koberer den Weg und wollte mich zu einem Besuch des Animierschuppens nötigen, wo man dann am Tisch auf eine bereits geöffnete Sektflasche trifft, die einen mal flugs 150 Euro kostet. Kenne ich schon, brauche ich nicht und da hilft es auch nichts, dass eine Kober-Kollegin mich am Arm packt, um mich mit Gewalt in die Bude zu ziehen. Das funktioniert wohl nur bei schmächtigen Japanern, die mit solchen Attacken noch keine Erfahrungen haben.
Nach dreimal Festhalten, Labberei und zwei eindeutigen Angeboten von Bordstein-Animateurinnen, schaffte ich es schließlich mit einigem Hakenschlagen und strammem Schritt bis zum „Leierkasten“ in der Elbestrasse, dem Puffbistro im Crazy Sexy, wo das Treffen mit dem Kollegen stattfinden sollte. Nicht nur der Kollege war im Lokal, sondern die übliche Bahnhofsmischung, die aus Puffschleichern, Bordellmanagern, Gunstgewerblerinnen und nicht näher definierbaren Nachtschwärmern besteht, für die Sex and Crime irgendwie verlockend ist. Zum Sex komme ich später noch, was den Crime anbelangt, braucht man nur wenige Minuten zu warten, bis mehrere Polizeiwagen eintreffen, um einen handfesten Streit zu beenden und die Streithähne nebst Gefolge einzusammeln. Direkt vor dem Leierkasten liegt zudem eine mittelalte Dame auf der Strasse, die eine Spritze im Arm hängen hat, wirr mit sich selbst spricht und nach wenigen Minuten von einem Rettungswagen eingesammelt wird. Klar, die umstehenden Personen grinsen und machen schnell einige Selfies, die das Geschehen dokumentieren. Ein junger Osmane bremst seinen getunten Schlitten mitten auf der Strasse, schaltet den Warnblinker ein, rennt mit schnellem Schritt ins Bordell, während eine Schlange von bestimmt 10 nachfolgenden Wagen ein wildes Hupkonzert beginnt.
Der Kollege sitzt am Tresen, hat schon ein Bier zuviel und befindet sich im angeregten Gespräch mit 2 zwei Latina-Ladies, die im Lokal auf Kundenfang sind und sich einen Drink nach dem anderen ausgeben lassen. Sie haben kein Zimmer im Eros-Center, können aber das Hinterzimmer eines Kiosk benutzten. Aber auch ein Hotelbesuch ist kein Problem, wenn man an Ort und Stelle schon mal anzahlt. Bucht man die Damen im Duo, gibt es Prozente. Bucht man gar nicht, gibt es böse Blicke und gespielte Entrüstung. Mir total egal! – Während eine der Latinas mit ihrer Hand an meinem Knie spielt, trink ich eilig mein Bier, um das Lokal möglichst schnell zu verlassen. Sie sieht einfach zu durstig aus und wenn man nicht schnell genug aus der Anbahnungshandlung ausbricht, hat man wenig später das südamerikanische Theater kostenlos. „Mi amor“ … nein … nicht mit mir!
Mein Kollege will mir einige umgebaute Bereiche in seinem Eros-Center zeigen. Na prima, jetzt auch noch in die steilen 5-stöckigen Treppenhäuser, wo man sich wie im Hühnerstall fühlt und wo einem die Menge durch die Flure schiebt. Trimm-dich-Pfad für Nachtgeister. Im Haus selbst geht es zu wie auch dem Hauptbahnhof. 50 Mann rauf, 50 Mann runter, Hektik pur und Einblicke in die kleinen Verrichtungszimmer, aus denen lautstarkt gerufen und vehement gewunken wird. Alles in fremdländischer Hand: ein Basar, wo um jeden 5-er gefeilscht wird und wo ich mir wirklich keine Einkehr vorstellen kann. Total unerotisch und da nützt es dann auch nichts, dass die werbenden Damen ihre Brüste auspacken und ungestüm mit dem Hintern wackeln. – 30 Euro, ficki, blasi, Position, lansam lansam! Da will man einfach nur ganz schnell wieder raus! – Ich jedenfalls!
Beiläufig stelle ich mir die Frage, welche Folgen das neue Prostitutionsgesetz wohl 2017 im Bahnhofsviertel haben wird und ob alle angetroffenen Protagonisten darüber schon wirklich
Bescheid wissen? – Vorstellen kann ich mir das nicht, aber meine Kundschaft besteht zum Glück aus ganz anderen Akteurinnen und Akteuren.
Nach einer Stunde im Viertel habe ich die Nase total voll, mein Kopf dröhnt und ich zeige massive Stress-Symptome. Der Kollege ist verwundert, schließlich wollte er mit mir noch auf einen Sprung ins „Pure Platinum“, wo man so gut chillen kann. Ich grinse: in meinem Sultanszimmer geht chillen viel besser und auch viel preiswerter! – Nachdem ich leichte Kopfschmerzen angedeutet habe und zudem noch einen Beratungstermin erwähne, der am frühen Sonntagmorgen stattfinden soll, entlässt mich der Kollege aus der lästigen Pflicht.
Nix wie weg! – Ich glaube ich bin inzwischen zu alt für solches Chaos! – Auf dem Rückweg fühle ich mich ein bisschen wie in „The walking dead“. Nachdem ich die roten Lichter im Rücken habe, fallen mir in allen Nebenstrassen Bordstein-Camper auf, die auf Pappen ihr Bettzeug ausgebreitet haben, um dort zu schlafen. Ein älterer Mann jongliert mit seinen Turnschuhen und bittet um eine Spende für seine Vorführung, während sich im benachbarten Hofeingang eine junge Dame provokant in den Schritt greift und mir etwas unverständliches zuruft. Sie hat sich wahrscheinlich verlaufen? Jedenfalls folgt sie mir, als ich um die Ecke biege. Um nicht kurz vor der Nachtruhe noch einmal in ein sinnloses Gespräch verwickelt zu werden, gebe ich Gas, wechsle die Straßenseite und verschwinde dann schnell im Nachteingang meines Hotels, wo mich der Nachtportier feierlich angrinst.
„Na, haben Sie noch was schönes erlebt?“, fragt er süffisant. Was soll ich jetzt dazu sagen?Wenn er die letzten 2 Stunden im Viertel meint, würde meine Antwort negativ ausfallen, denn hier hat sich Frankfurt am Main von einer Seite gezeigt, die den Normalbürger nur abschrecken kann. Ein solches Irrenhaus habe ich bei meinen diesjährigen Reisen durch die Republik noch nicht erlebt. Das ist keine Subkultur, sondern der Untergang in Reinkultur! Keine große weite mondäne Welt, sondern ein fast selbstverwaltetes Ghetto mit hohem Gefährdungspotential, das man mit Erotik und Lust überhaupt nicht in Verbindung bringen kann. Obwohl ich schon einiges gewöhnt bin, hat mir der Abend eher Angst gemacht und ich habe mir fest vorgenommen, den Distrikt zukünftig zu meiden und es dann doch eher am Römerberg zu probieren, wenn ich in einigen Wochen wieder in der Stadt sein werde!
Um den Nachtportier nicht zu verunsichern, antwortete ich auf seine genannte Frage schnell mit einem „Aber sicher! – Gute Nacht“, bezog dies für mich selbst aber auf den frühen Abend, wo ich in angenehmster Gesellschaft war und die roten Lichter meinen Blick noch nicht getrübt hatten!
Hotel- und Restaurant-Empfehlung für Frankfurt/Main:
Frankfurt am Main – Eine Metropole der käuflichen Lust
Frankfurt am Main ist deutschlandweit bekannt für sein Bahnhofsviertel, wo eines der größten Rotlicht-Viertel der Republik beheimatet ist. Wieviele Sexworkerinnen dort in den verschiedenen Laufhäusern, Bars und Clubs aktuell tätig sind, lässt sich nur schwer schätzen. In den 90er-Jahren, wo ich im dortigen Bezirk freundschaftliche Kontakte pflegte, war das Bahnhofsviertel fast jede Nacht ein Rummelplatz und es waren in wechselnen Schichten täglich über 1.000 Dienstleisterinnen in den Bordellbetrieben anzutreffen. Die größten Laufhäuser hatten Hunderte von Zimmern, wovon heute wegen diversen baurechtlichen Auflagen wohl nur noch die Hälfte in Betrieb sind. Einige Eros-Center wurden sogar geschlossen und Genehmigungen für neue Betriebe erteilt die Stadt Frankfurt in diesem Distrikt schon seit längerem nicht mehr.
Auch wenn die Blütezeit, die u.a. mit den Brüdern Beker verbunden war, schon lange vorbei ist, wird am Bahnhof immer noch gutes Geld mit dem käuflichen Sex verdient. 300.000 € monatliche Mieteinnahmen sind in einem großen Eroscenter keine Seltenheit und der Kampf um die Marktanteile ist hart. Diverse Revierkämpfe sorgen immer wieder für Schlagzeilen und wer nach Sex and Crime sucht, ist am Frankfurter Hauptbahnhof nie verkehrt. Rustikale Verhältnisse, die man mögen muss oder eben auch nicht.
Als internationale Banken- und Messestadt, hat Frankfurt aber nicht nur die einschlägigen Laufhäuser mit den vorwiegend osteuropäischen, asiatischen und lateinamerikanischen Damen zu bieten. In keiner deutschen Stadt gibt es mehr Escort-Agenturen, die um die Gunst betuchter Kundschaft buhlen und auch bei den hochwertigen „Massage-Salons“ ist die Main-Metropole führend. Hier sind die Preise z. B. deutlich höher als in Berlin oder Köln, da das bevorzugte Klientel aus der Finanzwelt nicht so auf den Groschen schaut und die internationalen Messegäste auch höhere Preise zahlen können.
Am kommenden Wochenende (18. bis 20.11.) bin ich zu Kundenterminen in der Stadt, um über das neue Prostitutionsgesetz zu informieren und um Konzepte anzudenken, die bei den zum 1. Juli 2017 kommenden Konzessionierungspflichten notwendig sein werden.
Die Frankfurter Behörden arbeiten schon seit Jahren sehr intensiv im „Rotlicht“ und verfügen über weitreichende Erfahrung mit dem Milieu. In Sachen „Erotik“ ist man Weltstadt und die Umsetzung des neuen Prostitutionsgesetzes kann mit der bestehenden amtlichen Infrastruktur sicher bewältigt werden! Schon heute hat die Stadt Frankfurt Sexworker und Betreiber fest im Blick und duldet keine Unregelmäßigkeiten! – Regelmäßige Razzien und sonstige Kontrollen durch Ordnungsamt, Stadtpolizei und Sittendezernat sind üblich und orientieren sich an einer recht strikten „Law and order“-Politk. Wenn man dies weiß, ist man gut beraten, sich frühzeitig rechtsicher aufzustellen, um seinem Gewerbe auch zukünftig „ordnungsgemäß“ und natürlich gewinnbringend nachzugehen.