Schlagwort: Internationaler Hurentag

  • Prostitution 2017 – Sexarbeit ist Arbeit! Respekt! – Veranstaltung Berlin

    Prostitution 2017 – Sexarbeit ist Arbeit! Respekt! – Veranstaltung Berlin

    Prostitution 2017 - Sexarbeit ist Arbeit! Respekt! - Veranstaltung BerlinProstitution 2017 – Sexarbeit ist Arbeit! Respekt! – Veranstaltung Berlin

    Am vergangenen Freitag, dem 2. Juni 2017, fand in Berlin eine Pressekonferenz zum Thema

    „Sexarbeit ist Arbeit! Respekt!“

    statt, zu der eine engagierte Aktionsgruppe rund um die bekannte Berliner Aktivistin Stephanie Klee anläßlich des „Internationalen Hurentags“ eingeladen hatte.

    Das Thema Sexarbeit ist momentan von der anstehende Einführung des neuen Prostitutionsgesetzes zum 1. Juli 2017 geprägt, ein Datum, das für die Erotikbranche und vorallem für die Sexworkerinnen und Sexworker ein „Schlag ins Gesicht“ ist, da Grundrechte eingeschränkt oder sogar ganz aufgehoben werden!

    Ein „Prostitutiertenschutzgesetz“, das nicht schützt, sondern im Gegenteil bevormundet und jeglichen Respekt vermissen lässt! Der vermeintliche Schutz wird als blanker Hohn betrachtet und für die Gruppe der Aktivistinnen ist es an der Zeit (weiter) zu handeln, um die Öffentlichtkeit zu sensibilisieren und einen „Zusammenschluß“ zu organisieren.

    Generelle Ziel der Kampagne ist es, eine Rücknahme des neuen Gesetzes zu erreichen und den politischen Druck zu erhöhen:

    Informieren und aufklären! Aktiv werden! Dies soll u.a. mit einer Wanderausstellung, einem Filmfest und mit vielfältigen politischen Aktionen realisiert werden!

    Stephanie Klee, Sexworkerin, Diplom-Sozialarbeiterni, Beraterin und vieles weitere mehr bezeichnete das neue Gesetz als „Verhinderungs- und Vernichtungsgesetz“ und beschrieb, wie ich die Gesetzgebung in eine völlig falsche Richtung entwickelte. Im Gesetzgebungsverfahren, das viele Jahre dauerte, wurde auf alle gehört, aber eben nicht genug auf die, die in der Praxis mit dem Thema täglich zu tun haben. So entstand ein realitätsfremdes Konstrukt, das nun große Probleme bereitet!

    Fragen an Justizia – Wie blind ist die deutsche Politik?

    Die renommierte Berliner Strafrechtlerin Dr. Margarete von Galen übernahm die juristische Bewertung und verwies auf einen Quantensprung in der Gesetzgebung, da Prostitution in Deutschland seit 1927 legal war und nun ein neue „Kriminalisierung“ eintritt. Zudem werden ab dem 1. Juli 2017 neben den massiven Einschränkungen der freien Berufsausübung, auch die geltenden EU-Dienstleistungsrichtlinien verletzt werden! Rechtliche Beschwerden sind damit vorprogrammiert!

    Die weiteren Podiumsgäste nahmen zu speziellen Aspekten Stellung und beleuchteten auch den Begriff des Feminismus in der Sexarbeit, der ja von vielen Frauenrechtler(innen) als Widerspruch in sich aufgefasst wird.

    Feminismus versus Prostitution oder Feminismus meets Prostitution?

    Stefanie Lohaus (Missy Magazin) stellte ihre feministische Perspektive dar und verwies auf die „bürgerlichen Ansätze“ einer Alice Schwarzer, die Sexarbeit generell verteufelt und klärte über die Verhältnismässigkeit zwischen Zwang und freiwilliger Arbeit hin. In der deutschen Medienlandschaft bringt Zwangsprostitution, Sex & Crime & Milieu eben Quote und niemand interessiert sich für die Normalität, die eben die Norm ist!

    Zurück in Kolonialismus und Nazi-Zeit?

    Prof. Dr. Schrader aus Frankfurt/Main  erklärte ihren generellen Respekt für Gesetze, sprach dann aber auch über „post-kolonialen Rassismus“ und „no respect“ gegenüber der Sexarbeit, einen Aspekt, den auch Ariane (ehemalige Sexworkerin aus Berlin) aufgriff und gleichzeitig auf die zunehmende Stigmatisierung hinwies, die sie an die Nazi-Zeit erinnere, wo Frauen als „Kontrollmädels“ registriert und verfolgt wurden. Zurück in die Zukunft?

    „Wo bleibt das würdevolle Leben für Sexworker(innen)?“

    Astrid Gabb (Madonna e.V. Bochum) berichtete aus der Arbeit ihrer Beratungsstelle und stellte fest, das durch das neue Gesetz ein „würdevolles Leben“ kaum möglich sei und das die Unsicherheit zunimmt. Sie sprach ethische Fragen an und zeigte sich ebenso betroffen wie die Sexworkerin Emy Fem, die eine fehlende Bedarfserhebung anprangerte und sich selbst fast permanent wie eine Straftäterin sieht, weil der Staat den Generalverdacht erhebt!

    Man spricht nicht miteinander, aber gerne übereinander!

    Als „Enfant terrible“ der Branche und angeblicher „Frauenfresser“, unterstütze ich die neue Kampagen ausdrücklich und habe auch entsprechende Handreichungen im Reisegepäck. Feministinnen sind übrigens nicht naturgemäß böse, wie die Berliner „Mädels“ (man entschuldige den Ausdruck!) bewiesen, mit denen ich noch im Café Einstein einkehrte und zu denen ich als Mann ein ganz entspanntes freundschaftliches Verhältnis pflege! Warum auch nicht: alte Vorurteile kann man schnell überwinden und „Feminismus“ ist ja keine Krankheit, sondern eine politische Einstellung, die auch Männer teilen können oder sogar sollten?

    Alle Informationen zur Kampagne finden Sie auf der neuen Webpage der Kampagne:

    Wir über uns

     



    Nachfolgend eine aktuelle Presseschau zum Thema Prostitution 2017 – Sexarbeit ist Arbeit! Respekt! – Veranstaltung Berlin:

    Bericht der Berliner Zeitung zum Thema

    Bericht der Siegessäule zum Thema

    Bericht der BSZ Bochum zum Thema

  • Internationaler Hurentag – 2. Juni 2017 – Berlin und Frankfurt/Main

    Internationaler Hurentag – 2. Juni 2017 – Berlin und Frankfurt/Main

    Internationaler Hurentag - 2. Juni 2017 - Berlin und Frankfurt/Main
    Bildquelle: Pixabay

    Internationaler Hurentag am 2. Juni 2017 – Berlin und Frankfurt/Main

    Am kommenden Freitag, dem 2. Juni 2017, findet der diesjährige „Internationale Hurentag“ statt, der seit 1976 als inoffizieller Gedenktag an die Diskriminierung von Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter und deren oftmals schwierigen  Lebens- und Arbeitsbedingungen erinnert.
    Am 2. Juni 1975 hatten etwa 100 Prostituierte in Frankreich mit der Besetzung einer Kirche
    gegen staatliche Repressalien protestiert und damit auch auf ihre schwierige bis gefährliche Situation aufmerksam gemacht, die durch die „illegale Arbeit im Untergrund“ entstanden war, nachdem Paris die Gesetze verschärft hatte.

    In Deutschland wird der Internationale Hurentag seit 1989 „begangen“, denn das Wort „feiern“ passt nun wirklich nicht zur Thematik. Vielmerh geht es um den mahnenden Zeigefinger, mit dem man die Öffentlichkeit sensibilisieren möchte. Gerade in diesem Jahr hat der Tag wieder ein seh gewichtiges Thema, dass die Sexworker momentan stark beschäftigt: die Einführung des neuen Prostitutionsgesetzes am 1. Juli 2017, in welchem die Branche eine große Bevormundung sieht, die rechtlich sehr fragwürdig erscheint.

    Huren-Pass, vorgeschrieben Gesundheitsberatung, steuerliche Erfassung und weitere Kontrollmechanismen stehen u.a. auf dem großen Beschwerdezettel, der aber die regierende Politik in Berlin nicht wirklich beeindruckt. Beschlossen, verkündet und in 4 Wochen halt geltendes Gesetz für die gesamte Republik!

    Kein Wunder, dass am kommenden Freitag, gleich mehrere Veranstaltungen stattfinden, von denen ich in der Vorschau exemplarisch (und dabei nicht unbedingt wertend) zwei Ankündigungen herausgreife, die mich per Einladung und Newsletter erreicht haben.

    Internationaler Hurentag 2017 in Berlin
    Vorstellung der Kampagne SEXARBEIT IST ARBEIT. RESPEKT!

    Der move e.V. startet eine Kampagne für die Menschenrechte der Sexarbeiter*innen und fordernt die Rücknahme des Prostituiertenschutzgesetzes, da die geplanten Maßnahmen Sexarbeiter*innen nicht schützen, sondern kontrollieren. Ziel der Kampagne ist es, aktuell die Umsetzung des Prostituiertenschutzgesetzes in Ländern und Kommunen zu beeinflussen, mittelfristig weitere Gesetzesverschärfungen zu verhindern und langfristig für die Gleichstellung von Sexarbeit mit anderen Erwerbstätigkeiten zu kämpfen. Gleichzeitig wehren sich die Unterstützer*innen als Feministinnen gegen den allgemeinen gesellschaftlichen Backlash. Die geplanten Aktivitäten und Maßnahmen der Kampagne sollen in einer Pressekonferenz am 2. Juni, vorgestellt werden. Ich werde an der Pressekonferenz als Journalist teilnehmen und dann entsprechend berichten.



    Internationaler Hurentag 2017 in Frankfurt/Main

    Zusammenkunft bei Dona Carmen e.V. – „4. Treffen Verfassungsbeschwerde“

    Die Frankfurter Initiative lädt die beteiligten Mitstreiterinnen und Mitstreiter, also die Leute, die das Beschwerdeverfahren unterstützen und die Verfassungsbeschwerde unterzeichnen möchten, zu einem abschliessenden Treffen ein, bei dem die Endversion der von Rechtsanwalt Starostik vorbereiteten Beschwerde vorgestellt und diskutiert werden soll. Außerdem soll ein Zeitplan entwickelt werden, wann die Beschwerde eingereicht und welche begleitende Aktionen erfolgen sollen. Die Veranstaltung ist mal wieder nicht öffentlich und anscheinend sind Pressevertreter wieder nicht erwünscht! Nun, gut! Infos unter der bekannten Adresse: http://www.donacarmen.de/