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  • Presse – Frankfurter Rundschau – Zahlen zur Prostitution in Frankfurt/Main

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    Presse – Frankfurter Rundschau – Zahlen zur Prostitution in Frankfurt/Main

    In einem aktuellen Interview der Frankfurter Rundschau mit dem Frankfurter Gesundheitsdezernenten Stefan Majer (Die Grünen) vom 14. Mai 2017, kamen die statistischen Zahlen zur Prostitution in der Bankenmetropole Frankfurt am Main zur Sprache:

    In Frankfurt existieren demnach 18 Laufhäuser und Großbordelle, 70 sogenannte Terminwohnungen, 40 Escort-Services und 6 Anbahnungsstätten für gleichgeschlechtliche Kontakte (Regenbogen-Saunas). Es soll ca. 2000 Frauen und 800 Männer geben, die in der Stadt der Sexarbeit nachgehen, wovon etwa 600 bereits vor Einführung des neuen Gesetzes freiwillige Beratungsangebote und auch kostenlose Untersuchungen in Anspruch nehmen.

    Diese Beratungsangebote will die Stadt nun ausweiten und womöglich ein Beratungs-Büro im Frankfurter Bahnhofsviertel anmieten, um nah am städtischen Brennpunkt zu sein, wo eben auch Migrantinnen in großer Anzahl ihrem Gewerbe nachgehen. Wenn dies so geschehen würde, wäre die amtliche Beratungsstelle eine direkte Konkurrenz zum Verein Dona Carmen e.V., der ja auch am Bahnhof residiert, aber eben andere Interessen vertritt, die nicht zum Konzept der Stadt passen. Ausserdem ist die zu bescheinigende Gesundheitsberatung ab dem 1. Juli 2017 ohnehin amtlichen Stellen vorbehalten, die stempeln dürfen. „Private“ Bescheinigungen sind nicht zulässig und daher kommen Sexworkerinnen und Sexworker an der behördlichen Beratung nicht vorbei, wenn sie zukünftig der Sexarbeit weiter legal nachgehen wollen.

    Ohne Beratung keine Bescheinigung, ohne Bescheinigung kein Huren-Pass!

    Gesundheitsdezernet Stefan Majer macht keinen Hehl daraus, dass er und seine Partei das neue Prostitutionsgesetz in seiner jetzigen Form nicht wirklich als geglückt empfindet. Dennoch wird sein Dezernat das Gesetz natürlich umsetzen und dabei auch eigene Akzente setzen. Majer kritisiert, dass es von Seiten des Gesetzgebers keine konkreten Ausführungsbestimmungen gibt und sich die Städte und Gemeinden hier allein gelassen fühlen.

    Es riecht auch am Main nach Improvisation und wachsen an der nicht einfachen Aufgabe! Aber als Prostitutions-Metropole mit Geschichte, hat Frankfurt am Main umfangreiche Erfahrungen mit dem Thema als solches und wird die Anforderungen sicher meistern. Nicht von jetzt auf gleich, aber ganz sicher in absehbarer Zeit!

    Den kompletten Artikel finden Sie unter:

    http://www.fr.de/frankfurt/prostitution-dieser-zwang-zerstoert-vertrauen-a-1278671

  • Prostitution 2017 – Pikante Infokampagne – Selbstbefriedigung macht blind!

    Prostitution 2017 – Pikante Infokampagne – Selbstbefriedigung macht blind!

    Prostitution 2017 - Pikante Infokampagne - Selbstbefriedigung macht blind!
    Bildquelle: Mc Donalds

    Prostitution 2017 – Pikante Infokampagne – Selbstbefriedigung macht blind!

    Als ich neulich nachts durch den Hamburger Hauptbahnhof fuhr, fiel mir ein großes beleuchtetes Werbeschild auf, das in unübersehbar großen Buchstaben verkündete:

    „Selbstbefriedigung macht blind!“

    Huch, eine Kampagne der deutschen Bordellbetreiber, die mit einer auffälligen Werbeform verhindern wollen, dass die deutschen Freier demnächst aus Angst vor dem neuen Prostitutionsgesetz und dessen Kontrollmechanismen nicht mehr in den Puff gehen, sondern daheim selbst kräftig Hand anlegen?

    Dies war der erste Gedanke, der mein noch leichtes Hirn durchzuckte. Doch dann entdeckte ich in der rechten oberen Ecke des Plakats das gelbe „M“, das ich sofort mit der bekannten Fast-Food-Kette Mc Donalds in Verbindung brachte. Eine Kooperation zwischen deutschem Rotlicht und amerikanischen Burgerbratern? Merkwürdig!

    Die zum Plakat gehörende Linkadresse, konnte ich im Vorbeifahren nicht entziffern und so konnte ich mir erst einmal keinen wirklichen Reim darauf machen. Bezog sich die Aktion etwa auf die Reeperbahn, wo womöglich eine neue schicke Mc Donalds-Filiale eröffnet hat oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Die Botschaft, die ich nicht spontan entschlüsseln konnte, hatte ihr Ziel erreicht: man kommt ins Nachdenken und speichert die Information sehr intensiv.

    Als ich Hannover Hauptbahnhof erreichte, entdeckte ich eine Werbetafel in ähnlichem Design
    und ebenfalls mit dem gelben „M“ verziert.

    „Bielefeld, gibt es doch gar nicht!“, stand als Slogan in den gleichen Lettern auf der Plakatfolie.

    Aha, in Hannover ist man also doch etwas prüder und hat die sexistische Zote für die niedersäschsische Landeshautstadt gepimpt!

    Nee, bei einer Recherche im Netz fand ich des Rätsels Lösung: Mc Donalds hat eine Anti-Fake-News-Kampagne ins Leben gerufen, um damit „Gerüchten im Internet“ zu begegnen, in denen von minderwertigen Zutaten in und auf Burgern des Unternehmens berichtet wird: Ammoniak und Fettmasse soll zu „Fleisch“ werden, Fritten sollen keine Fritten sein, sondern chemieverseuchte Analogartikel. Alles böswillige Behauptungen, die den Umsatz schmälern und im Web schnell und gern geteilt werden.

    Wer hinter diesen „Fake News“ steckt, ist dann oft nur sehr schwer zu ermitteln und wenn die „Verteilung“ erst mal läuft, ist es meistens schon viel zu spät!

    Darum hat Mc Donalds beschlossen, Plakatwände mit Fake-Infos zu verzieren, wobei ich aber befürchte, dass viele Mitbürger nicht weiter „nachforschen“ werden, sondern einfach an einen derben Spaß glauben, den sich die Burgerfreunde da erlauben.

    Selbstbefriedigung macht übrigens wirklich temporär blind, wenn einem nämlich im Eifer des genußvollen Würgens zuviel Schweiß in die Augen läuft … Kicher!

  • Prostitution 2017 – Presseschau – Stadt Rostock ist (auch) ahnunglos!

    Prostitution 2017 – Presseschau – Stadt Rostock ist (auch) ahnunglos!

    Prostitution 2017 - Presseschau - Stadt Rostock ist (auch) ahnunglos!
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    Prostitution 2017 – Presseschau – Stadt Rostock ist (auch) ahnunglos!

    Immer mehr Städte und Gemeinden bekunden inzwischen ihre erweitere Ratlosigkeit, was die Umsetzung des neuen Prostitutionsgesetzes im Juli 2017 anbelangt! Anfragen eines befreundeten Kollegen an einige Kreise in NRW, wurden mit Worthülsen und Floskeln beantwortet:

    „Wir befinden uns noch in der Findungsphase, sind aber sicher, die erforderlichen Resourcen in ausreichender Form zeitnah zur Verfügung stellen zu können!“

    Klingt doch gut und wenn sich in deutschen Großstädten wie Frankfurt/Main und Hamburg im Mai Arbeitskreise bilden, ist man schon recht weit? Hier gilt wohl die Weisheit:

    „Wenn ich nicht mehr weiter weiß, gründe ich nen Arbeitskreis!“

    Ist ja auch prima, wenn es eben nicht um ein so komplexes Thema wie das neue Protitutionsgesetz gehen würde, wo die Anzahl der Verordnungen täglich steigt und wo Verordnung A Rechte erweitert, die Verordnung B beschränkte. Konfusion, Chaos un mittendrin die armen Beamten, die dieses erst einmal intern ordnen müssen, bevor sie sich mit Informationen an die Öffentlichkeit wagen.

    Kann es wirklich sein, dass 8 Monate nicht ausreichen, um ein bundesweit einheitliches System zu schaffen und Mitarbeiter frühzeitig zu schulen? Hier haben an wichtigen Schnittstellen wohl einige Verantwortliche geschlafen und der deutsche Förderalismus hat hier auch eine unrühmliche Rolle gespielt: zu viele Köche erzeugen einen ungeniesbaren Brei! Das ist das Ergebnis!

    In der heutigen Presseschau fiel mir ein Bericht aus Rostock auf, der meine Befürchtungen mal wieder untermauert:

    Prostitution: Stadt Rostock ist ahnungslos!

    Ahnungslos ist schon ein sehr bezeichnendes Wort: Nichtwissen ist das eine, aber nicht einmal eine Ahnung zu haben ist unfassbar!

    Man wartet bei der Stadt auf Post von der Landesregierung aus Schwerin und auf ein landesrechtliches Ausführungsgesetz, das es aber überhaupt noch nicht gibt! Da wird also zeitnah nichts kommen, wenn man den allgemeinen Regeln der Logik folgt.

    Was wird das Resultat sein, wenn man nicht weiß was man wie tun soll und wann?

    Zurücklehnen, den lieben Gott einen guten Mann sein lassen und einfach abwarten, was die Sexworker und Betreiber vor Ort sicher erst mal nicht stören wird! Wenn die Stadt erst mal keine „Huren-Ausweise“ ausstellt, wird es auch keine Kontrollen in dieser Richtung geben. Still ruht der See! Amen!

    Den von mir gelesenen Artikel finden Sie unter:

    http://www.svz.de/lokales/rostock/wir-koennen-richtig/prostitution-stadt-ist-ahnungslos-id16571741.html

  • Prostitution 2017 – Finanzgericht Hamburg – Urteil Hurenbuchführung

    Prostitution 2017 – Finanzgericht Hamburg – Urteil Hurenbuchführung

    Prostitution 2017 - Finanzgericht Hamburg - Urteil zur Hurenbuchführung - April 2017
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    Prostitution 2017 – Finanzgericht Hamburg – Urteil Hurenbuchführung

    Der 2. Senat des Finanzgerichts Hamburg hat jetzt gerichtlich festgestellt, in welcher Art und Weise Sexworker bei ihre Einnahmen-Überschuß-Rechnung die „Geschäftsvorgänge“ aufzeichnen müssen: es ist ein Kassenbuch zu führen, bei dem die einzelnen Kundenzahlungen aufgeführt werden müssen. Dieter 50 €, Horst 35 €, Egon 80 € ist das regelmässig anzuwendende Muster, um einer Verwerfung der Buchführung und einer Schätzung zu entgehen.

    Eine Befreiung von der Einzelaufzeichnungspflicht, wie sie bei Bargeschäften im Einzelhandel üblich ist, kommt im Bereich der Eigenprostitution nach Meinung des Gerichts nicht in Frage, da der Kundenkreis begrenzt und individuell bestimmt sei.

    Der korrekte Name des Kunden muss zum Glück nicht festgehalten werden und über korrekte Quittungen, die sicher kaum ein Kunde haben möchte, wurde im Verfahren auch nicht gesprochen. Ein Narr, wer die Einführung einer amtlich zugelassenen Registrierkasse fordert, woraus dann ein Beleg mit Art der Dienstleistung (Blasen intensiv zu 55 € mit nachfolgender analer Fingerstimulation für 35 € = Total 90 € inkl. 19% Umsatzsteuer) rattert und wo der Ausdruck den Künstlerinnen-Namen (Chantal Lamore) und die Steuernummer der Unternehmerin benennt. Nur noch eine Frage der (modernen) Zeit?

    Lasst unseren Spott mal nicht den „Schräuble“ hören: ein Schwabe versteht da womöglich keinen Spaß und greift unsere Idee beim nächsten Steuerfindungskongreß der Finanzbehörden auf! Dies wäre dann der nächste wirksame Schritt zu Hure 4.0, einem System, wo Sexworkern dann jeglicher „Spaß“ genommen würde!

    Nach Hurenpass und neuer Sexsteuer-Nummer die umhängbare Registrierkasse für die schmale Handtasche mit Terminal für bargeldlose Zahlung, weil Bargeld in der Prostitution ab 2020 gänzlich verboten wird?

    Ja, das klingt nach Utopie, doch viele Utopien wurden bereits Realität und wenn man in der Prostitution das Bargeld abschafft, hat man endlich die Kontrolle, die man wirklich haben will! Wenn alles auf deutschen registrierten Konten landet, ist mogeln unmöglich und die Steuererklärungen entstehen quasi automatisch. Wir werden sehen, wo wir hier mittelfristig landen!

    Das oben genannte Urteil des Finanzgerichts Hamburg Aktenzeichen X S 2/17 ist noch nicht rechtskräftig und liegt momentan beim Bundesfinanzhof. Einen ausführlichen Bericht zu diesem Verfahren finden Sie unter:

    https://www.jurion.de/news/357281/FG-Hamburg-Geltung-der-allgemeinen-Aufzeichnungspflichten-auch-fuer-gewerbliche-Prostitution/

    Kontext-Artikel:

    Nachgefragt: Die Besteuerung von Sexworkern in Deutschland

  • Presseschau – Focus Online: Wo das Prostituiertenschutzgesetz versagt: Besuch auf dem Straßenstrich in Berlin

    Presseschau – Focus Online: Wo das Prostituiertenschutzgesetz versagt: Besuch auf dem Straßenstrich in Berlin

    Focus Online: Wo das Prostituiertenschutzgesetz versagt: Besuch auf dem Straßenstrich in Berlin
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    Focus Online: Wo das Prostituiertenschutzgesetz versagt: Besuch auf dem Straßenstrich in Berlin

    Die Kurfürstenstrasse in Berlin ist berühmt-berüchtigt für günstige sexuelle Vergnügungen der besonderen Art: hier hat sich mitten in einem Wohngebiet ein Strassenstrich etabliert, der nicht nur bei den Bewohnern des Viertels für Verwunderung sorgt. Mehrere Hundert Damen sind hier wöchentlich unterwegs und auf der Suche nach (schlecht) zahlender Kundschaft. Osteuropäische Ladies werden ebenso gesichtet wie Berliner Rentnerinnen, die sich ein Zubrot zur Rente verdienen wollen oder müssen. Egal ob Sommer oder Winter: die Kurfürstenstrasse ist immer ein Anlaufort für den schnellen Sex, der meist im Freien stattfindet und Passanten wie Anwohner natürlich massiv belästigt.

    Ohne ein fest gemietes Zimmer arbeiten, um Geld zu sparen. Ohne Waschgelegenheit schaffen, die Freier im Gebüsch bedienen, im Auto auf umgeklapptem Sitz „verkehren“ oder schnell die kurzen Hosen hinter dem nächsten Bauwagen herunterlassen. Rustikal und sehr unkompliziert: das muss man definitiv mögen und Romantik sieht sicher ganz anders aus!

    Aus Industriegebieten und von Einfallstrassen kennt man so etwas, aber mitten in der City ist es in einer solcher Häufung doch mehr als ungewöhnlich und man fragt sich, wie die Berliner Politik die Entstehung eines solchen Problem-Kiezes dulden konnte. Solange ich persönlich die Kurfürstenstrasse kenne, gab es dort schon immer Gunstgewerblerinnen, aber in den vergangenen Jahren hat es Reeperbahn-Dimensionen angenommen, die das Stadtbild an diesem Ort merklich prägen und überhaupt nicht zum übrigen wohnlichen Umfeld passen, wo Schülerinnen und Schüler herumlaufen und Familien ihren Lebensraum haben.

    Focus-Reporterin Uschi Jonas war vor Ort, um sich selbst ein Bild der Lage zu machen und um mit Anwohnern ins Gespräch zu kommen. Dabei stellte sie sich auch die Frage, was das alte Prostituionsgesetz wohl in der Kurfürstenstrasse bewirkt hat und was das neue dort bewirken kann. Dabei kam dabei sie zu folgender Artikel-Überschrift:

    Focus Online: Wo das Prostituiertenschutzgesetz versagt: Besuch auf dem Straßenstrich in Berlin

    Den Artikel bei Huffington Post lesen

  • Express Köln: Warum Escort-Damen jetzt als Huren gelten … ein Kommentar!

    Express Köln: Warum Escort-Damen jetzt als Huren gelten … ein Kommentar!

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    Publizist Howard Chance deckt auf – Eine Presseschau mit zwinkerndem Auge

    In meiner Presseschau präsentiere ich regelmäßig ausgewählte Nachrichten und Artikel zum Thema Prostitution und Prostitutionsgesetz, um diversen Meinungen und Entwicklungen deutschlandweit nachzugehen. Es ist für mich wichtig Informationen zu sammeln und diese falls nötig auch kritisch zu hinterfragen.

    Der Artikel aus dem Express vom 23. September 2016 fiel mir sofort ins Auge, als ich ein wenig auf Kölner Boulevard machte und online in der alten Wahlheimat vorbeischaute:

    Kritik an neuem Gesetz – Warum Escort-Damen jetzt als Huren gelten

    Sofort schoss mir der Gedanke in den Kopf: ja, als was galten die Huren denn in Köln vor dem „jetzt“, also in der Vergangenheit? – Und was hat das neue Gesetz damit zu tun?

    Doch der Express legt sogar noch nach und versieht das Titelbild, welches eine schlanke fast unbekleidete Dame mit Strapsen und Handschellen zeigt, mit der ebenfalls sehr intelligenten Bildunterschrift:

    „Der Job bei einem Escort-Service wird zur Prostitution.“

    Der Inhalt des Berichts der Kollegin Solveig Giesecke, bezieht sich dann auf die Auswirkungen des neuen Prostitutionsgesetzes und die damit verbundenen einengenden Regularien, wobei übliche Klischees wie Schutzlosigkeit in der Illegalität als Folge des neues Gesetzes und die markante Feststellung „das Gesetz ist für die Tonne“ nicht fehlen. Zum Thema „Escort“ wird die Rechtsexpertin Frau Prof. Dr. Maria Wersig von der Fachhochschule Dortmund angeführt, die dem Express wohl mitgeteilt hat, dass

    „… ein Mann oder eine Frau, die für einen Escort-Service arbeiten, sich künftig als Prostituierte anmelden müsse.“

    Ja, das steht so im neuen Gesetz, aber ändert doch nichts an der Tatsache, dass Escort-Damen und -Herren schon seit Jahrzehnten zu Haus- und Hotelbesuchen aufbrechen und dort sexuelle Dienstleistungen anbieten und vollziehen. Das „Sex gegen Geld“ schon immer als Prostitution galt, scheint nur unsere Kölner Reporterin zu überraschen. Hätte sie mal ein wenig im Internet recherchiert, hätte sie schnell festgestellt, dass es bundesweit Hunderte von Escort-Agenturen gibt, die mit den erotischen Leistungen ihrer Mitarbeiter(innen) nicht geizen, sondern diese ausführlich in geschmackvoller bis geschmackloser Weise öffentlich kommunizieren.

    Gerade beim Express gibt es erfahrene Milieureporter, die ich persönlich kenne, und denen wahrscheinlich auch die Brille etwas beschlagen ist, als sie die vermeintliche Entrüstung der jungen Kollegin im eigenen Blatt lesen mussten. Die Kölner Escort-Damen konnten die Intention des Artikels sicher auch nicht so ganz verstehen. Klar, der Begriff „Escort-Lady“ klingt edel und weltgewandt, während „Hure“ den Duft der großen weiten Welt eindeutig vermissen lässt und nach dem Duden der Gossensprache entstammt. Zur Beruhigung des Gemüts, stelle ich einmal fest, dass aus unserer Escort-Lady durch das neue Gesetz mitnichten eine „Hure“ wird! – Die Escort-Lady bleibt das, was sie ist, nämlich eben eine Escort-Lady und muss dem Amt in 2017 mitteilen, dass sie der „Prostitution“ in spezieller Form nachgeht. Dass ist von der Begrifflichkeit zwar auch nicht wirklich prickelnd und die Anmeldepflicht ist zudem auch sehr unerfreulich, aber niemand degradiert die Ladies aus dem schicken Hochpreis-Bereich hier in niedere Dienstränge.

    Der reißerische Titel, der nach einem unglaublichen Skandal klingt, ist einfach blanker Unsinn und hat weder aufklärerische Qualität noch rhetorischen Scharfsinn. Hoffentlich lesen wir nicht demnächst im Express:

    Unglaublich! – Warum Kardinal Woelki  jetzt als katholischer Priester gilt …

    oder

    Sensation! –  Ex-FC-Torwart Toni Schumacher bekennt schon immer ein Fussballer gewesen zu sein …

    Wir wollen es der lieben Kölner Kollegin natürlich verzeihen, dass sie offensichtlich sehr milieufremd unterwegs ist, empfehlen ihr aber bei kommenden journalistischen Projekten doch eine etwas intensivere Recherche.

    Autor: Howard Chance – Publizist – 19.10.2016

    Den ganzen Artikel gibt es zur Nachlese unter folgendem Link:

    http://www.express.de/news/politik-und-wirtschaft/kritik-an-neuem-gesetz-warum-escort-damen-jetzt-als-huren-gelten-24794762