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  • Prostitution 2018 – Aktuelle Informationen – Stand 1. Januar 2018

    Prostitution 2018 – Aktuelle Informationen – Stand 1. Januar 2018

    Prostitution 2018 - Aktuelle Informationen - Stand 1. Januar 2018Prostitution 2018 – Aktuelle Informationen – Stand 1. Januar 2018

    Mein Portal und die dazu gehörende Internet-Adresse lautet bekanntlich auf „Prostitution 2017“ (www.prostitution2017.de). Das mag nun zu Beginn des neuen Jahres etwas verwirren,
    aber es geht inhaltlich ja um ein Gesetz, was im Jahr 2017 Inkraft getreten ist! Um Missverständnisse zu vermeiden, gibt es aber inzwischen auf die zusätzliche Domain www.prostitution2018.de, die aber auf den gleichen Inhalt / auf das gleiche Portal verweist!

    Wenn ich demnächst einmal etwas zuviel habe, werde ich die „aufgelaufenen Artikel“ einmal sortieren: es gibt überholte Informationen und Informationen, die immer noch aktuell sind, was der Google-Suchende aber nicht unbedingt erkennen kann. Hier werde ich Abhilfe schaffen, damit keine Missverständnisse entstehen. Die Umsetzung des Gesetzes ist ja ein dynamischer Prozess, bei dem sich fast täglich neue Aspekte ergeben.

    Die Struktur des Portals wird aus diesem Grund auch maßgeblich ändern, damit es nicht zum Informations-Overkill kommt! Leider schaffe ich das nicht von heute auf morgen, da ich nach wie vor intensiv mit Beratungs-Dienstleistungen beschäftigt bin und zusätzlich zum Jahreswechsel noch einige neue Aufgaben übernommen habe, die den Mann fordern!

    Schrecklicherweise werde ich in 2018 auch noch „50“, was mich nicht wirklich entzückt und auch der „Sport“ hat im vergangenen Jahr sehr gelitten. Um mein übliches Fitness-Niveau wieder herzustellen, werde ich im neuen Jahr garantiert etwas sorgsamer leben und auch wieder ein wenig der Muse pflegen. Wer rastet, der rostet! Aber wer schon etwas rostig ist, muss auch hin und wieder rasten!

    Nach dem sehr ruhigen Silvester in München gönne ich mir einige freie Tage und bin dann in einigen Tagen wieder am Start. Meine Aufenthaltsorte der nächsten 14 Tage kann frau oder man dem aktuellen Terminkalender entnehmen:

    http://prostitution2017.de/schutzgesetz/2016/11/27/termine-howard-chance/



    Der umfangreiche Statusbericht nochmals als Anhang (Stand 1. Januar 2018):

    Jahresrückblick 2017 und Jahresausblick 2018 by Howard Chance

    Im abgelaufenen Jahr 2017 war ich fast 300 Tage auf Reisen und habe dabei nahezu die ganze Republik „erlebt“. Die Metropolen waren das Ziel, aber auch ländliche Regionen, in denen sich im Prinzip niemand für das neue Gesetz interessiert und wo die Ämter immer noch mit dem Kopf schütteln, wenn man sich als „Prostitutions-Bürger“ nach dem neuen Prostituiertenschutzgesetz und dessen Bestimmungen erkundigen will. Flächendeckend „geimpft“ ist man bis heute lediglich in Nordrhein-Westfalen, wo man sich sehr früh mit der Angelegenheit befasst hat, wo Schulungen für die Behörden schon Anfang 2017 stattgefunden haben und wo Formularmaterial bereits Mitte des Jahres zur Verfügung stand.

    NRW ist das „Musterland“, dicht gefolgt vom Freistaat Bayern, wo es abgesehen von einigen Städten auf dem flachen Land, auch überall sachkundige Beamtinnen und Beamten gibt. Bayern reguliert Prostitution ja schon seit einigen Jahren und verfügt bereits über umfangreiches Daten-Material aus vergangenen Jahren und die Erstellung von Formularen sowie die Entwicklung von Behördenabläufen war nicht das große Problem.

    Erstaunlich ist das „Ost-West-Gefälle“: im gesamten „Osten“ (sogenannte neue Bundesländer) klemmt es gewaltig und die vorliegenden Verordnungen sind recht unvollständig. Die Frage, wer was wann und wie umsetzt, stellt sich im Osten fast überall und auch die „Hauptstadt aller Deutschen“ Berlin schließt sich der ostdeutschen Riege an: man nimmt zwar Anträge und Akten an, hat aber bezüglich der Bearbeitung noch keine Vorgaben der Landesregierung.

    Selbst Hessen mit der bundesdeutschen Prostitutions-Metropole Nr. 1 Frankfurt/Main, bekommt den Plan der Landesregierung gerade nicht umgesetzt, weil sich diverse Kommunen weigern ohne klare Vorgaben zu arbeiten. In Frankfurt und Offenbach nimmt man Anträge an, in Wiesbaden weigert man sich mit dem Hinweis, dass die Vorgaben des Landes unvollständig seien. Ein offener Streit auf der Verwaltungsebene, der so schnell nicht beilegt sein wird!

    Im „Ländle“ hat man das Großprojekt Mitte des Jahres in Angriff genommen, indem man einen Anrufbeantworter beim Landesministerium in Stuttgart installierte und es einen Mitarbeiter mit Email-Account gab, der unter der Last seiner Verantwortung zusammenbrach! Kein Wunder: bei Tausenden betroffenen Personen hätte man ein Call-Center mit 50 Agents benötigt! Ein einzelner Herr „Pfleiderer“ konnte das nicht schaffen und schaffte es natürlich auch nicht. Im September wurde „Pfleiderers Bürde“ dann in die Landkreise verwiesen, wo man sich seither bemüht Dinge auf die Kette zu bringen. Ausgang in vielen Regionen noch ungewiss, wenn man z.B. hört, dass in Freiburg Fristen per Handstreich und womöglich ohne jegliche rechtliche Legitimation einfach mal um einige Monate verlängert werden.

    Zwar sieht das Bundesgesetz vor, dass Landesregierungen aufgrund spezieller Notwendigkeiten die Umsetzung durchaus „individualisieren“ können, dass dies aber jeder Kreis, jede Gemeinde oder gar jeder Sachbearbeiter persönlich kann, konnte ich weder im Bundesgesetz, noch in den einigen wenigen vorhanden Landesverordnungen entdecken. Selbst „Übergangsbescheinigungen“, die in manchen Städten ausgestellt werden, wenn „Huren-Ausweise“ (noch) nicht ausgestellt werden können, sind fragwürdige „Dokumente“, die legislativ so eigentlich nicht vorkommen! Also jede Menge „Notbehelfe“, über deren Sinn oder Unsinn man trefflich streiten kann! Ämter, die das Recht irgendwie biegen, werden natürlich zum leichten „Opfer“, wenn spezialisierte Anwälte für Verwaltungsrecht demnächst ihren Hut in den Ring werfen!



    Problemfall „Huren-Ausweis“ – Gegenwart

    Am „Stichtag“ 1. Januar 2018, wo der ungeliebte Ausweis ja vorhanden sein „muss“ und wo es Betreiberinnen und Betreibern von Prostitutionsstätten nicht erlaubt ist, Sexworkerinnen ohne das Dokument arbeiten zu lassen, tauchen ganz erhebliche Probleme auf! Nach vorsichtigen Schätzungen sind wohl bislang nur etwa 10 – 15% der Sexworkerinnen im Besitz eines solchen Dokuments. Mal hat man sich einfach nicht darum gekümmert, aber in den meisten Fällen konnten Behörden vor Ort die Ausweise nicht ausstellen und / oder keine zeitnahen Beratungstermine anbieten. Wenn man als Sexworkerin noch nie irgendwo in der Angelegenheit vorstellig geworden ist, wird man sich in der kommenden Woche womöglich wundern, wenn man seinen „Arbeitsplatz“ nicht bekommt, weil der Clubchef oder Betreiber einfach kein Bußgeld kassieren möchte, was zudem seine „Unzuverlässigkeit“ im Genehmigungsverfahren belegen könnte! Also Zwangspause nach den Feiertagen und die Suche nach einer Behörde, die bereit ist das Dokument zügig zu fertigen!

    In Nordrhein-Westfalen haben einige „scharfe Städte“ bereits umfangreiche Kontrollen für Anfang Januar angekündigt! Volltreffer dürften hier wohl die schlichte Regel sein!



    Problemfall „Konzession/Erlaubnisantrag“ – Gegenwart

    Auch hier fällt laut Bundesgesetz am 31. Dezember 2017 der Fristen-Hammer. Alle Betriebe, die vor dem 1. Juli 2017 bestanden und dies bis 1. Oktober 2017 angezeigt haben, hatten bzw. haben bis zum 31. Dezember 2017 Zeit den Erlaubnisantrag zu stellen und ein Betriebskonzept einzureichen. Die „Einreich-Quote“ soll selbst in NRW bei unter 25 % liegen, wie mir amtliche Insider berichteten. Unglaublich, aber wahr! Hier spielt man dann „Roulette“ mit kalkulierbarem Ausgang!

    Sehr interessant und unbedingt lesenswert ist in diesem Kontext ein Artikel im Beamten-Fachmagazin „Ordnungsamt – Gewerbeamt“ des Weka-Verlags, wo der Verwaltungslehrer Uwe Schmidt den ordnungsrechtlichen Status des neuen Gesetzes betrachtet und würdigt. Bis Mitte Dezember 2017 sind nur in 7 von 16 Bundesländern konkrete „Ausführungsbestimmungen“ zum neuen Prostitutionsgesetz erlassen worden, nämlich in Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein! In 9 Bundesländern gibt es keine Erlasse, Teilerlasse, vorbereitende Erlasse und besondere Mischformen, denen es aber offensichtlich noch an Substanz fehlt.

    In der Konsequenz ist das Prostituiertenschutzgesetz laut Uwe Schmidt in 9 Bundesländern momentan „außer Vollzug“, die im Bundesgesetz festgelegten Fristen sind damit in diesen Bundesländern hinfällig und Betriebskonzepte können nicht angefordert oder verlangt werden!

    Schmidt bringt die Situation zum Jahresende 2017 recht markant auf den Punkt und schreibt:

    „Die mit dem Erlass des ProstSchG verbundenen Absichten des Bundesgesetzgebers werden von der Mehrheit der Bundesländer unterlaufen … Im Bundesrat dem ProstSchG zuzustimmen und anschließend bei dessen praktischer Umsetzung den Kopf in den Sand zu stecken ist eines Rechtsstaates nicht würdig.“

    Klar, wenn 16 Köche ein und dieselbe Suppe individuell würzen oder auch nicht und niemand weiß, wer wann am Topf steht, ist das kulinarische Ergebnis ein ungenießbares Gericht und die Fachanwälte für Verwaltungsrecht können für 2018 schon mal den neuen Porsche bestellen! Wenn amtlich gemurkst wird, stehen diversen „Rechtsmitteln“ Tür und Tor offen und jeder, der nicht Protest führt, ist ziemlich dumm?

    „Locker vom Hocker und es bleibt schwierig!“ – Fragen Sie mich jetzt bitte nicht nach einer regionalen Prognose, denn eine solche wäre reine Prophetie!

    Den interessanten Artikel von Uwe Schmidt finden Sie unter folgendem Link:

    https://www.weka.de/ordnungsamt-gewerbeamt/prostituiertenschutzgesetz-prostschg-zustaendigkeiten/



    Problemfall Steuer – Gegenwart und Zukunft

    Im Jahr 2017 haben die Finanzbehörden im Rotlicht wieder kräftig zugeschlagen! Der Fall Hermann Müller zeigte eindrücklich, dass es im „roten Haifischbecken“ steuerlich sehr gefährlich ist. Umsatzsteuer-Zuschätzungen, Verwerfung von Buchführungen und ähnliche Verfahrensweisen sind in einigen Gegenden die Regel! Sobald man eine „Umsatzsteuer-Sonderschau“ oder eine Betriebsprüfung bekommt, kann der Ruin ins Haus stehen, wenn ein Prüfer entsprechend instruiert ist und die üblichen „Schwachstellen“ findet. Gegen den geforderten „Nachschlag“ fürs Finanzamt kann man dann zwar klagen, aber da man in einem solchen Verfahren in der Regel seine „Unschuld“ im Beweislast-Umkehr-Verfahren beweisen muss, durch „dinglichen Arrest“ aber quasi vermögenlos ist, scheitert ein solches Ansinnen schon im Ansatz. Bis der Bundesfinanzhof letztinstanzlich entscheidet, ist man schon einige Jahre älter und meist bereits pleite.

    „Dem toten Esel nützen Vitamintabletten recht wenig!“

    Da es an einer bundeseinheitlichen steuerlichen Handhabung fehlt, wirken die Maßnahmen vor Ort wie „Willkür“ und wir werden mit unserem Steuerexperten-Team im nächsten Jahr versuchen die deutschen Oberfinanzdirektionen für das Thema zu sensibilisieren. Doch dazu mehr im „Ausblick“, der in Kürze im Text folgt!



    Conclusio 2017 – Howard Chance

    Wer will an Silvester schon einen Roman lesen, bei dem es kein „Happy End“ gibt? Es gibt bestimmt 50 weitere Themen, die man ausführlich betrachten könnte! Doch die Vergangenheit nützt schon morgen nichts mehr und ist einfach nur noch Geschichte!

    Mein Team und ich haben in 2017 Hunderte von Gesprächen geführt, eine nicht kleine Anzahl von Mandantinnen und Mandanten bei der „Konzessionierung“ unterstützt und dabei fast alle Fristen eingehalten. Unter dem Aspekt „miles and more“ war ich in diesem Jahr bei 300 Übernachtungen außer Haus kaum zu schlagen und auch im neuen Jahr wird es in den Ländern weitergehen, wo Konzepte mangels Vorgaben noch nicht entwickelt und eingereicht werden konnten! Ich betreue momentan auch eine ganze Reihe von „Neugründungen“, die womöglich durch „Genehmigungsfiktion“ entschieden werden. Natürlich stehe ich auch „Gewehr bei Fuß“, um bereits eingereichte Konzepte beim Amt zu „verteidigen“, um Nachfragen schlüssig zu beantworten und im Notfall unter Hinzuziehung meiner Anwälte „Tacheles“ zu reden, wenn Recht gebeugt wird!



    Ausblick 2018 – Auf, auf zu neuen Taten! – Im Team und als Einzeltäter!

    Der Silvestertag ist ja immer ein Tag der Vorsätze und Pläne für das neue Jahr und bei mir ist das nicht anders! Das Jahr 2018 wird ein „Vollgas-Jahr“ mit neuen Projekten, neuen Kooperationen und neuen Aufgaben! Ohne jedes romantische Schwelgen nachfolgend meine ernsten Absichten für das Jahr 2018:

    Intensive Kooperation DHW-Steuerberatung, Rotlicht-Akademie, MH-Consulting

    Im Jahr 2017 haben wir begonnen Know-how zu sammeln und gemeinsame Projekte zu entwickeln.

    Christian Deák von der DHW Steuerberatungsgesellschaft mbH betreut die steuerlichen Fachthemen, unterhält vielfältige Kontakte zu den Oberfinanzdirektionen, zu Fahndern und Kassenprüfern, Staatsanwälten und beratenden Kollegen und hat es sich zum Ziel gesetzt einheitliche und verlässliche Regeln für die steuerrechtliche Handhabung von „Rotlicht-Betrieben“ zu entwickeln.

    Christoph Rohr von der Rotlicht-Akademie hat die Zustellanschrift.de entwickelt, hat erfolgreiche Seminare veranstaltet und ist wie ich immer nah am Kunden und im Markt absolut etabliert. Wir haben uns intensiv ausgetauscht und festgestellt, dass ein gemeinsames Vorgehen mehr als sinnvoll ist, wenn man sich versteht und die Anzahl der Kunden für einen allein viel zu groß ist.

    Das Team Deák, Rohr und Chance hat jetzt ein erstes Projekt für 2018 in Planung, das ich heute in Kurzform vorstellen möchte :

    Der Rotlicht-Kongress April 2018

    Das Meeting für das deutsche Rotlicht-Gewerbe – Vorträge – Podiums-Diskussionen – Workshops zu aktuellen Themen der Branche – Arbeitsgruppen – Informationsaustausch – Rotlicht-Party „meet & greet“

    • Steuerliche Themen (Buchführung, Kassensysteme, Steuerfahndung etc.)
    • Das „Betriebskonzept“ und seine Ausrichtung
    • Geschäftsführung in Rotlicht-Unternehmen
    • Probleme und Dialog mit dem Ordnungsamt
    • Baurecht und Verwaltungsverfahren
    • Rechtskonforme Werbung für „Prostitution“

    Wir laden hierzu Dozenten ein, diskutieren mit einem „Schwerpunkt-Staatsanwalt“ und haben Verbände und Erotik-Portale zu Gast. Weitere Infos gibt es hierzu im Lauf des Monats.

    https://zukunft-rotlicht.de



    Fachpublikation „Rotlicht und Prostitution 2018“

    Das Update meiner Fachpublikation steht unmittelbar bevor, wobei es sich eher um ein komplett neues Handbuch für die unternehmerische Praxis handelt. Es haben sich viele neue Aspekte ergeben und alle neuen Informationen werden in das neue Buch, dessen Erscheinung für Ende Februar geplant ist, einfließen. Diesmal kommen auch Co-Autoren zu Wort, die spezielle Aspekte wie „Steuer im Rotlicht“ und „Strafverfolgung im Rotlicht“ beleuchten werden. Eine Inhaltsangabe werde ich ebenfalls im Lauf des Monats vorlegen!



    Bordellfachwirt(in) zertifiziert?

    Ein Ausbildungs-Gang für Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter in der Erotikbranche! Was ein wenig verrückt klingt, ist doch ernst gemeint! Fortbildung kann nie schaden und ich arbeite gerade mit dem Kollegen Deák an einem entsprechenden Zertifikat. Ob die IHK diese Zertifizierung vornimmt oder aber ein anderer Bildungsträger einsteigt, ist momentan noch offen. Gut Ding will bekanntlich Weile haben, aber mit unserem Schwung kann es zügig gehen! Wir informieren, sobald wir hier Neuigkeiten zu verkünden haben!

     

  • Happy New Year 2018 – Jahresrückblick 2017 und Jahresausblick 2018

    Happy New Year 2018 – Jahresrückblick 2017 und Jahresausblick 2018

    Happy New Year 2018 - Jahresrückblick 2017 und Jahresausblick 2018Happy New Year 2018 – Jahresrückblick 2017 und Jahresausblick 2018

    Ich wünsche allen Freundinnen und Freunden, allen Kolleginnen und Kollegen und allen Kundinnen und Kunden ein gutes und möglichst erfolgreiches Jahr 2018! Gleichzeitig danke ich für Euer / Ihr Vertrauen in 2017 und für den intensiven wie konstruktiven Austausch in Fachfragen!

    Heute, am 1. Januar 2018, ist ja der berühmte „Stichtag“ des Prostituiertenschutzgesetzes und in einigen Regionen des Landes sind bereits heute amtliche Kontrollen möglich, denn ab heute müssen (theoretisch) alle Sexworkerinnen in Deutschland im Besitz eines „Huren-Ausweises“ sein und Betreiberinnen und Betreiber dürfen (eigentlich) nur noch dann „Arbeitsplätze“ zur Verfügung stellen, wenn das Dokument vorliegt. Dass es hier noch gewaltig klemmt, ist ja bekannt und ich werde dieses Thema nachfolgend noch intensiver aufgreifen. Einen herzlichen Gruß am Neujahrsmorgen aus München sendet in stetiger Verbundenheit

    Euer / Ihr Howard Chance



    Jahresrückblick 2017 by Howard Chance – Vergangenheit und Gegenwart

    Im abgelaufenen Jahr 2017 war ich fast 300 Tage auf Reisen und habe dabei nahezu die ganze Republik „erlebt“. Die Metropolen waren das Ziel, aber auch ländliche Regionen, in denen sich im Prinzip niemand für das neue Gesetz interessiert und wo die Ämter immer noch mit dem Kopf schütteln, wenn man sich als „Prostitutions-Bürger“ nach dem neuen Prostituiertenschutzgesetz und dessen Bestimmungen erkundigen will. Flächendeckend „geimpft“ ist man bis heute lediglich in Nordrhein-Westfalen, wo man sich sehr früh mit der Angelegenheit befasst hat, wo Schulungen für die Behörden schon Anfang 2017 stattgefunden haben und wo Formularmaterial bereits Mitte des Jahres zur Verfügung stand.

    NRW ist das „Musterland“, dicht gefolgt vom Freistaat Bayern, wo es abgesehen von einigen Städten auf dem flachen Land, auch überall sachkundige Beamtinnen und Beamten gibt. Bayern reguliert Prostitution ja schon seit einigen Jahren und verfügt bereits über umfangreiches Daten-Material aus vergangenen Jahren und die Erstellung von Formularen sowie die Entwicklung von Behördenabläufen war nicht das große Problem.

    Erstaunlich ist das „Ost-West-Gefälle“: im gesamten „Osten“ (sogenannte neue Bundesländer) klemmt es gewaltig und die vorliegenden Verordnungen sind recht unvollständig. Die Frage, wer was wann und wie umsetzt, stellt sich im Osten fast überall und auch die „Hauptstadt aller Deutschen“ Berlin schließt sich der ostdeutschen Riege an: man nimmt zwar Anträge und Akten an, hat aber bezüglich der Bearbeitung noch keine Vorgaben der Landesregierung.

    Selbst Hessen mit der bundesdeutschen Prostitutions-Metropole Nr. 1 Frankfurt/Main, bekommt den Plan der Landesregierung gerade nicht umgesetzt, weil sich diverse Kommunen weigern ohne klare Vorgaben zu arbeiten. In Frankfurt und Offenbach nimmt man Anträge an, in Wiesbaden weigert man sich mit dem Hinweis, dass die Vorgaben des Landes unvollständig seien. Ein offener Streit auf der Verwaltungsebene, der so schnell nicht beilegt sein wird!

    Im „Ländle“ hat man das Großprojekt Mitte des Jahres in Angriff genommen, indem man einen Anrufbeantworter beim Landesministerium in Stuttgart installierte und es einen Mitarbeiter mit Email-Account gab, der unter der Last seiner Verantwortung zusammenbrach! Kein Wunder: bei Tausenden betroffenen Personen hätte man ein Call-Center mit 50 Agents benötigt! Ein einzelner Herr „Pfleiderer“ konnte das nicht schaffen und schaffte es natürlich auch nicht. Im September wurde „Pfleiderers Bürde“ dann in die Landkreise verwiesen, wo man sich seither bemüht Dinge auf die Kette zu bringen. Ausgang in vielen Regionen noch ungewiss, wenn man z.B. hört, dass in Freiburg Fristen per Handstreich und womöglich ohne jegliche rechtliche Legitimation einfach mal um einige Monate verlängert werden.

    Zwar sieht das Bundesgesetz vor, dass Landesregierungen aufgrund spezieller Notwendigkeiten die Umsetzung durchaus „individualisieren“ können, dass dies aber jeder Kreis, jede Gemeinde oder gar jeder Sachbearbeiter persönlich kann, konnte ich weder im Bundesgesetz, noch in den einigen wenigen vorhanden Landesverordnungen entdecken. Selbst „Übergangsbescheinigungen“, die in manchen Städten ausgestellt werden, wenn „Huren-Ausweise“ (noch) nicht ausgestellt werden können, sind fragwürdige „Dokumente“, die legislativ so eigentlich nicht vorkommen! Also jede Menge „Notbehelfe“, über deren Sinn oder Unsinn man trefflich streiten kann! Ämter, die das Recht irgendwie biegen, werden natürlich zum leichten „Opfer“, wenn spezialisierte Anwälte für Verwaltungsrecht demnächst ihren Hut in den Ring werfen!



    Problemfall „Huren-Ausweis“ – Gegenwart

    Am „Stichtag“ 1. Januar 2018, wo der ungeliebte Ausweis ja vorhanden sein „muss“ und wo es Betreiberinnen und Betreibern von Prostitutionsstätten nicht erlaubt ist, Sexworkerinnen ohne das Dokument arbeiten zu lassen, tauchen ganz erhebliche Probleme auf! Nach vorsichtigen Schätzungen sind wohl bislang nur etwa 10 – 15% der Sexworkerinnen im Besitz eines solchen Dokuments. Mal hat man sich einfach nicht darum gekümmert, aber in den meisten Fällen konnten Behörden vor Ort die Ausweise nicht ausstellen und / oder keine zeitnahen Beratungstermine anbieten. Wenn man als Sexworkerin noch nie irgendwo in der Angelegenheit vorstellig geworden ist, wird man sich in der kommenden Woche womöglich wundern, wenn man seinen „Arbeitsplatz“ nicht bekommt, weil der Clubchef oder Betreiber einfach kein Bußgeld kassieren möchte, was zudem seine „Unzuverlässigkeit“ im Genehmigungsverfahren belegen könnte! Also Zwangspause nach den Feiertagen und die Suche nach einer Behörde, die bereit ist das Dokument zügig zu fertigen!

    In Nordrhein-Westfalen haben einige „scharfe Städte“ bereits umfangreiche Kontrollen für Anfang Januar angekündigt! Volltreffer dürften hier wohl die schlichte Regel sein!



    Problemfall „Konzession/Erlaubnisantrag“ – Gegenwart

    Auch hier fällt laut Bundesgesetz am 31. Dezember 2017 der Fristen-Hammer. Alle Betriebe, die vor dem 1. Juli 2017 bestanden und dies bis 1. Oktober 2017 angezeigt haben, hatten bzw. haben bis zum 31. Dezember 2017 Zeit den Erlaubnisantrag zu stellen und ein Betriebskonzept einzureichen. Die „Einreich-Quote“ soll selbst in NRW bei unter 25 % liegen, wie mir amtliche Insider berichteten. Unglaublich, aber wahr! Hier spielt man dann „Roulette“ mit kalkulierbarem Ausgang!

    Sehr interessant und unbedingt lesenswert ist in diesem Kontext ein Artikel im Beamten-Fachmagazin „Ordnungsamt – Gewerbeamt“ des Weka-Verlags, wo der Verwaltungslehrer Uwe Schmidt den ordnungsrechtlichen Status des neuen Gesetzes betrachtet und würdigt. Bis Mitte Dezember 2017 sind nur in 7 von 16 Bundesländern konkrete „Ausführungsbestimmungen“ zum neuen Prostitutionsgesetz erlassen worden, nämlich in Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein! In 9 Bundesländern gibt es keine Erlasse, Teilerlasse, vorbereitende Erlasse und besondere Mischformen, denen es aber offensichtlich noch an Substanz fehlt.

    In der Konsequenz ist das Prostituiertenschutzgesetz laut Uwe Schmidt in 9 Bundesländern momentan „außer Vollzug“, die im Bundesgesetz festgelegten Fristen sind damit in diesen Bundesländern hinfällig und Betriebskonzepte können nicht angefordert oder verlangt werden!

    Schmidt bringt die Situation zum Jahresende 2017 recht markant auf den Punkt und schreibt:

    „Die mit dem Erlass des ProstSchG verbundenen Absichten des Bundesgesetzgebers werden von der Mehrheit der Bundesländer unterlaufen … Im Bundesrat dem ProstSchG zuzustimmen und anschließend bei dessen praktischer Umsetzung den Kopf in den Sand zu stecken ist eines Rechtsstaates nicht würdig.“

    Klar, wenn 16 Köche ein und dieselbe Suppe individuell würzen oder auch nicht und niemand weiß, wer wann am Topf steht, ist das kulinarische Ergebnis ein ungenießbares Gericht und die Fachanwälte für Verwaltungsrecht können für 2018 schon mal den neuen Porsche bestellen! Wenn amtlich gemurkst wird, stehen diversen „Rechtsmitteln“ Tür und Tor offen und jeder, der nicht Protest führt, ist ziemlich dumm?

    „Locker vom Hocker und es bleibt schwierig!“ – Fragen Sie mich jetzt bitte nicht nach einer regionalen Prognose, denn eine solche wäre reine Prophetie!

    Den interessanten Artikel von Uwe Schmidt finden Sie unter folgendem Link:

    https://www.weka.de/ordnungsamt-gewerbeamt/prostituiertenschutzgesetz-prostschg-zustaendigkeiten/



    Problemfall Steuer – Gegenwart und Zukunft

    Im Jahr 2017 haben die Finanzbehörden im Rotlicht wieder kräftig zugeschlagen! Der Fall Hermann Müller zeigte eindrücklich, dass es im „roten Haifischbecken“ steuerlich sehr gefährlich ist. Umsatzsteuer-Zuschätzungen, Verwerfung von Buchführungen und ähnliche Verfahrensweisen sind in einigen Gegenden die Regel! Sobald man eine „Umsatzsteuer-Sonderschau“ oder eine Betriebsprüfung bekommt, kann der Ruin ins Haus stehen, wenn ein Prüfer entsprechend instruiert ist und die üblichen „Schwachstellen“ findet. Gegen den geforderten „Nachschlag“ fürs Finanzamt kann man dann zwar klagen, aber da man in einem solchen Verfahren in der Regel seine „Unschuld“ im Beweislast-Umkehr-Verfahren beweisen muss, durch „dinglichen Arrest“ aber quasi vermögenlos ist, scheitert ein solches Ansinnen schon im Ansatz. Bis der Bundesfinanzhof letztinstanzlich entscheidet, ist man schon einige Jahre älter und meist bereits pleite.

    „Dem toten Esel nützen Vitamintabletten recht wenig!“

    Da es an einer bundeseinheitlichen steuerlichen Handhabung fehlt, wirken die Maßnahmen vor Ort wie „Willkür“ und wir werden mit unserem Steuerexperten-Team im nächsten Jahr versuchen die deutschen Oberfinanzdirektionen für das Thema zu sensibilisieren. Doch dazu mehr im „Ausblick“, der in Kürze im Text folgt!



    Conclusio 2017 – Howard Chance

    Wer will an Silvester schon einen Roman lesen, bei dem es kein „Happy End“ gibt? Es gibt bestimmt 50 weitere Themen, die man ausführlich betrachten könnte! Doch die Vergangenheit nützt schon morgen nichts mehr und ist einfach nur noch Geschichte!

    Mein Team und ich haben in 2017 Hunderte von Gesprächen geführt, eine nicht kleine Anzahl von Mandantinnen und Mandanten bei der „Konzessionierung“ unterstützt und dabei fast alle Fristen eingehalten. Unter dem Aspekt „miles and more“ war ich in diesem Jahr bei 300 Übernachtungen außer Haus kaum zu schlagen und auch im neuen Jahr wird es in den Ländern weitergehen, wo Konzepte mangels Vorgaben noch nicht entwickelt und eingereicht werden konnten!

    Ich betreue momentan auch eine ganze Reihe von „Neugründungen“, die womöglich durch „Genehmigungsfiktion“ entschieden werden. Natürlich stehe ich auch „Gewehr bei Fuß“, um bereits eingereichte Konzepte beim Amt zu „verteidigen“, um Nachfragen schlüssig zu beantworten und im Notfall unter Hinzuziehung meiner Anwälte „Tacheles“ zu reden, wenn Recht gebeugt wird!



    Ausblick 2018 – Auf, auf zu neuen Taten! – Im Team und als Einzeltäter!

    Der Silvestertag ist ja immer ein Tag der Vorsätze und Pläne für das neue Jahr und bei mir ist das nicht anders! Das Jahr 2018 wird ein „Vollgas-Jahr“ mit neuen Projekten, neuen Kooperationen und neuen Aufgaben! Ohne jedes romantische Schwelgen nachfolgend meine ernsten Absichten für das Jahr 2018:

    Intensive Kooperation DHW-Steuerberatung, Rotlicht-Akademie, MH-Consulting

    Im Jahr 2017 haben wir begonnen Know-how zu sammeln und gemeinsame Projekte zu entwickeln.

    Christian Deák von der DHW Steuerberatungsgesellschaft mbH betreut die steuerlichen Fachthemen, unterhält vielfältige Kontakte zu den Oberfinanzdirektionen, zu Fahndern und Kassenprüfern, Staatsanwälten und beratenden Kollegen und hat es sich zum Ziel gesetzt einheitliche und verlässliche Regeln für die steuerrechtliche Handhabung von „Rotlicht-Betrieben“ zu entwickeln.

    Christoph Rohr von der Rotlicht-Akademie hat die Zustellanschrift.de entwickelt, hat erfolgreiche Seminare veranstaltet und ist wie ich immer nah am Kunden und im Markt absolut etabliert. Wir haben uns intensiv ausgetauscht und festgestellt, dass ein gemeinsames Vorgehen mehr als sinnvoll ist, wenn man sich versteht und die Anzahl der Kunden für einen allein viel zu groß ist.

    Das Team Deák, Rohr und Chance hat jetzt ein erstes Projekt für 2018 in Planung, das ich heute in Kurzform vorstellen möchte :

    Der Rotlicht-Kongress April 2018

    2-tägiges Meeting für das deutsche Rotlicht-Gewerbe – Vorträge – Podiums-Diskussionen – Workshops zu aktuellen Themen der Branche – Arbeitsgruppen – Informationsaustausch – Rotlicht-Party „meet & greet“

    • Steuerliche Themen (Buchführung, Kassensysteme, Steuerfahndung etc.)
    • Das „Betriebskonzept“ und seine Ausrichtung
    • Geschäftsführung in Rotlicht-Unternehmen
    • Probleme und Dialog mit dem Ordnungsamt
    • Baurecht und Verwaltungsverfahren
    • Rechtskonforme Werbung für „Prostitution“

    Wir laden hierzu Dozenten ein, diskutieren mit einem „Schwerpunkt-Staatsanwalt“ und haben Verbände und Erotik-Portale zu Gast. Weitere Infos gibt es hierzu im Lauf des Monats.



    Fachpublikation „Rotlicht und Prostitution 2018“

    Das Update meiner Fachpublikation steht unmittelbar bevor, wobei es sich eher um ein komplett neues Handbuch für die unternehmerische Praxis handelt. Es haben sich viele neue Aspekte ergeben und alle neuen Informationen werden in das neue Buch, dessen Erscheinung für Ende Februar geplant ist, einfließen. Diesmal kommen auch Co-Autoren zu Wort, die spezielle Aspekte wie „Steuer im Rotlicht“ und „Strafverfolgung im Rotlicht“ beleuchten werden. Eine Inhaltsangabe werde ich ebenfalls im Lauf des Monats vorlegen!



    Bordellfachwirt(in) zertifiziert?

    Ein Ausbildungs-Gang für Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter in der Erotikbranche! Was ein wenig verrückt klingt, ist doch ernst gemeint! Fortbildung kann nie schaden und ich arbeite gerade mit dem Kollegen Deák an einem entsprechenden Zertifikat. Ob die IHK diese Zertifizierung vornimmt oder aber ein anderer Bildungsträger einsteigt, ist momentan noch offen. Gut Ding will bekanntlich Weile haben, aber mit unserem Schwung kann es zügig gehen! Wir informieren, sobald wir hier Neuigkeiten zu verkünden haben!



    Also … für heute erst einmal „Schluss“ … das Jahr ist ja erst ein paar Stunden „alt“ …
    wir hören, lesen und sehen uns!

  • Prostitution 2017 – Howard Chance wünscht ein frohes Weihnachtsfest

    Prostitution 2017 – Howard Chance wünscht ein frohes Weihnachtsfest

    Prostitution 2017 - Howard Chance wünscht ein frohes Weihnachtsfest

    Prostitution 2017 – Howard Chance wünscht ein frohes Weihnachtsfest

    Alle Jahre wieder … folgt der hektischen Advents- und Weihnachtszeit das übliche Fest im Kreise der Lieben! Tradition bis Kult unterm Tannenbaum, der nach altdeutscher Sitte meistens die klassische Nordmann-Tanne ist. Würstchen mit Kartoffelsalat am Heiligabend oder aber die große klassische Weihnachtsgans mit Rotkohl und Knödeln am 1. Feiertag, die regelmäßig die Dimensionen des Backofens und die des Magens sprengt?

    Weihnachten ist dabei kaum noch ein christliches Fest, sondern eher ein „Shopping-Event“, bei dem sich der Handel alle Mühen gibt, an das „Weihnachtsgeld“ der Konsumenten zu kommen. Romantischer Lichterglanz, der für eine kurze Zeit die Realität überglänzt. Warum auch nicht, auch wenn sich die Sinnfrage hier irgendwann stellt. Die Weihnacht als Kind machte Spaß, im vorgerückten Alter sieht man die Dinge wohl einfach anders! Egal!

    Nach sehr intensiven und stressigen Wochen rund um die „bundesdeutsche Prostitution“ bin ich in den letzten Zügen für 2017, habe noch eine stressige Woche vor mir, um die Frist 31.12.2017 bei allen Kundinnen und Kunden einhalten zu können, wünsche aber vor dem großen Rückblick 2017 und dem umfangreichen Ausblick 2018 heute allen Kundinnen und Kunden, allen Freundinnen und Freunden und allen Kolleginnen und Kollegen ein

    Frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

    Möge der Geist der Weihnacht mit Ihnen / mit Euch sein und möge der „Friede unterm Weihnachtsbaum“ auch in diesem Jahr eine Weile halten. Mein Gruß gilt natürlich auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Behörden, die mit der Umsetzung des Prostitutionsgesetzes befasst sind. Zu meiner großen Überraschung sind die meisten Beamtinnen und Beamten durchaus aufgeschlossen und kooperativ und dabei absolut keine militanten „Rotlicht-Gegner“. Mein Gruß gilt aber auch denen, die emsig bemüht sind, Steine in den Weg zu legen und Dinge zu fordern, die kein Betreiber erfüllen kann.

    Hier hat das Grußwort für den Januar dann die Überschrift „Man sieht sich vor dem Verwaltungsgericht“!

    Ich danke an dieser weihnachtlichen Stelle besonders dem Kollegen Christian Deák (DHW Steuerberatungsgesellschaft) für seine unkonventionelle und kreative Arbeit, grüße den immer feschen Kollegen Christoph Rohr (Rotlichtakademie) herzlich, winke dem stets dienstbereiten Prof. Dr. Timo Eckardt (EE-Legal) verbunden zu und bedanke mich bei allen, die mich in diesem Jahr unterstützt, kritisiert und gefordert haben!

    So kann es weitergehen! So wird es weitergehen! Nach dem Fest! Glück auf!

  • Prostitution 2017 – Großstadt in NRW verweigert Annahme von Unterlagen!

    Prostitution 2017 – Großstadt in NRW verweigert Annahme von Unterlagen!

    Prostitution 2017 - Großstadt in NRW verweigert Annahme von Unterlagen!

    Prostitution 2017 – Großstadt in NRW verweigert Annahme von Unterlagen!

    Böse Falle, tiefes Loch! Es gibt Behörden, die freundlich mit den Bürgern umgehen und bei der Antragstellung für Prostitutionsstätten sogar hilfreich mitwirken. Man versteht dies als Dienst am Bürger, kommt in Kontakt und kann viele Dinge auf dem kurzen Dienstweg besprechen. Eine angenehme Arbeitsweise, die im Prinzip allen nützt!

    Es geht aber momentan auch ganz anders! Ich wurde soeben von einer Mandantin informiert, dass eine Großstadt in NRW die Annahme der Unterlagen unter zusätzlich Verwendung dummer Sprüche verweigert. Die Dame wurde mehr oder weniger aus der Amtsstube geschmissen und aufgefordert im Januar wieder zu erscheinen!

    Toll! Im Januar 2018 ist aber die gesetzliche Frist (31.12.2017) abgelaufen und der Erlaubnisantrag kann dann aus formellen Gründen einfach galant abgelehnt werden! Bingo und die Behörde sitzt am langen Hebel, um den Betrieb (vorübergehend) zu schließen!

    Wo sind wir denn? In Hinter-Burundi, wo die öffentliche Verwaltung nicht existiert oder in einer anderen Bananenrepublik, wo man nach den Prinzipien der Willkürlichkeit für vermeintliches Recht und Unordnung sorgt?

    Im Bundesgesetz und in der Landesverordnung NRW ist von „persönlicher Einreichung“ nirgendwo die Rede. Dennoch fordern einige Ordnungsämter das persönliche Erscheinen!
    Und in der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr haben die Dienststellen dann auch noch vorsorglich geschlossen!

    „Staatsdiener“ sind nach meiner persönlichen Auffassung „Diener des Bürgers“ und der Dienstleistungsgedanke spiegelt sich in vielen Bereichen wieder … es sei denn, man hat mit „Rotlicht“ oder „Prostitution“ zu tun? Pfui Teufel!

    Wer sich nun vom Amt vom Platz verweisen lässt, hat übers Fest den „Schwarzen Peter“ in der Hand und wer dann keinen Berater oder Anwalt hat, kann ganz schnell in die geschickt gestellte Falle tappen! So geht also Rechtsstaat 2017 in der Bundesrepublik Deutschland.

    Muss man gar in der letzten Dezemberwoche den Gerichtsvollzieher zum Oberbürgermeister schicken, der als Verwaltungsleiter dann den internen Postboten spielen muss? Frohes Fest!

    Ich finde es unglaublich, welcher Selbstdarstellungswahn so manche Amtstube befällt. Da kommt man sich vor wie auf einer amerikanischen Sheriffstube. Rauchende Colts! Das Gesetz bin ich, Gringo! Ich rate inzwischen zur qualifizierten Dienstaufsichtsbeschwerde, damit Fehlverhalten entsprechend „gewürdigt“ wird! Keine Gnade für „Verbrecher“!

  • Prostitution 2017 – Gefährliche Meldung aus der Provinz – Amtliche Willkür

    Prostitution 2017 – Gefährliche Meldung aus der Provinz – Amtliche Willkür

    Bildquelle: Pixabay

    Prostitution 2017 – Gefährliche Meldung aus der Provinz – Amtliche Willkür

    Wer das neue Prostitutionsgesetz aufmerksam gelesen hat, der weiß, dass der Gesetzgeber einige Bestimmungen sehr „schwammig“ formuliert hat: „geeignete sanitäre Ausstattung“ ist ein gutes Beispiel dafür und auch der durchaus sinnvolle Ansatz „Wucherei“ (Übervorteilung) zu verhindern, lässt sich in Zahlen schwer ausdrücken. Oder?

    Ich habe jetzt gestern von einem befreundeten Kollegen aus dem Raum Ostwestfalen erfahren, wie man von amtlicher Seite die „Wucherei“ im Bereich Prostitution in der Region Herford, Lippe, Paderborn „definiert“:

    Monatsmieten von über 4.000 € (also täglich etwa 130 €) werden in den genannten Kreisen nicht erlaubt und das übliche „Beteiligungsmodell“ (50:50) bekommt auch keine amtliche Genehmigung!

    Huch! Zwar sind Tagesmieten von 130 € in der ländlichen Region eher unüblich, es sei denn man arbeitet in einem gut „belaufenenen“ Eroscenter, aber mir geht es hier eher um die Ermittlung der vermeintlichen „Wuchersumme“.

    Die Rechtsprechung kennt nämlich einen (theoretischen) Berechnungswert für die „Wucherei“:

    „Im Allgemeinen ist ein auffälliges Missverhältnis dann anzunehmen, wenn die Gegenleistung den Wert der Leistung um 100 % über- bzw. unterschreitet. Maßgeblich sind dennoch die die Umstände des Einzelfalls.“

    Die Behörden in Ostwestfalen argumentieren hier wahrscheinlich mit den „Umständen des Einzelfalls“? Doch kann man dies einfach so tun? Dann müsste man ja einen statistischen haben, der eine solche Ableitung ermöglichen würde.

    Die Rechnung würde lauten: 130 geteilt durch 2 = 65. Für 65 € müsste man also ein möbliertes Appartement am gleichen Ort finden, das Waschmaschine, Küche etc. beinhaltet. 130 € wäre dann die doppelte Summer und ab 131 € würde man von „Wucherei“ sprechen?

    Das Amt hat also einen amtlichen Mietspiegel für „Hostessen-Appartements“ entwickelt? Ich werde in dieser Angelegenheit nachfragen, da das Thema sicher auch in anderen Regionen des Landes auftauchen wird!

    Dass die Behörden das „Beteiligungsmodell“, was sich regelmäßig als 50:50 darstellt, gerne ablehnen, ist bekannt! Wenn eine Dame am Tag 400 € umsetzt, was den „Stars der Branche“ durchaus gelingt, würde der Betreiber davon 200 € erhalten … oder eben 0 €, wenn die Dame mal keinen Kunden hat! Damen, die schwach kapitalisiert sind und die Tagesmiete nicht vorab entrichten können, finden die 50:50 prima, auch wenn mit steigendem Umsatz der persönliche Gewinn immer mehr abnimmt!

    Bei 400 € Umsatz wären die 200 € „Wucherei“. Doch was wären die 0 € von 0 € Umsatz dann? Kann man das wöchentlich aufrechnen? Was würde ein Verwaltungsgericht dazu sagen?

    Ja, schwierig! Doch die Meldung aus der Provinz geht ja noch weiter, wenn auch thematisch etwas anders gelagert:

    „Bei der Hurenausweisbeanttagung erzählt die Dame vom Ordnungsamt einem Mädel, dass sie eine Bescheinigung aus Polen beibringen müsse, dass sie in Polen keine weiteren Einkünfte habe und auch keine Sozialhilfen bekomme. Desweiteren braucht sie eine Gewerbeanmeldung als Prostituierte, ohne eine solche könne sie den Ausweis nicht ausstellen.“

    An welcher Stelle im Gesetz steht etwas von solchen Notwendigkeiten? Wo gibt es überhaupt solche amtliche Bescheinigungen, wo eine Behörde bestätigt, dass man keine weiteren Einkünfte hat? Üblicherweise erklärt man selbst gegenüber Behörden, keine Einkünfte zu haben (z.B. beim Jobcenter). Eine Behörde kann eine solche Erklärung nicht abgeben! Und „Prostitution“ ist in Deutschland immer noch kein „Gewerbe“, für das man einen Gewerbeschein erhält, wobei es einige Ämter gibt, die solche Scheine ausstellen. Was denn nun? Es gibt keine einheitlichen Regeln und das Chaos nimmt seinen Lauf!

    Wo laufen sie denn? 

  • Prostitution 2017 – Unklare Lage in einigen Bundesländern – Zugeständnisse?

    Prostitution 2017 – Unklare Lage in einigen Bundesländern – Zugeständnisse?

    Prostitution 2017 - Unklare Lage in einigen Bundesländern - Zugeständnisse?Prostitution 2017 – Unklare Lage in einigen Bundesländern – Zugeständnisse?

    Wie wir alle wissen, haben einige Bundesländer die Landesverordnungen zum neuen Prostitutionsgesetz erst sehr spät beschlossen und dementsprechend klemmt es natürlich oft auch an der termingerechten Umsetzung vor Ort! Ich war in der vergangenen Woche unglaublich oft am Telefon und habe mit Behörden landauf und landab telefoniert, um entstehende Probleme zu diskutierten und um Situationen zu bewerten.

    In fast allen Bundesländern gibt es das ernst zunehmende Problem, dass Anmeldebestätigungen für die Sexworkerinnen nicht „sofort“ ausgestellt werden können!

    Damen, die Anfang Januar 2018 aus dem Ausland anreisen, haben in der Regel (noch) keinen „Huren-Ausweis“, wollen aber nach der üblichen „Weihnachtspause“ arbeiten. Sie haben Hostessen-Appartments gebucht, wollen in FKK-Clubs tätig werden oder sonstwie in der käuflichen Erotik tätig werden.

    Nach den strengen Buchstaben des Gesetzes dürfen Betreiberinnen und Betreiber von „Prostitutionsstätten“ aber ab 01. Januar 2018 keine Vermietungen vornehmen oder selbständige Arbeit in ihren Clubs erlauben, wenn die amtliche „Anmeldebestätigung“ nicht vorliegt! Lässt man hier die 5 gerade sein, läuft man Gefahr schon zu Monatsbeginn ein Bußgeld zu kassieren und zusätzlich ein Negativ-Merkmal für die anstehende Erlaubnis des Gewerbes zu verbuchen.

    In Bundesländern, wo noch überhaupt keine „Huren-Ausweise“ ausgestellt worden sind, werden sich die Behörden wahrscheinlich mit Kontrollen zurückhalten; in Bundesländern, wo aber seit Monaten die unbeliebten Ausweise ausgestellt werden, kann man mit weniger Liberalität rechnen!

    Eine Musterlösung für diese Fälle gibt es leider nicht und da mehrere Behörden Kontrollen durchführen können (Ordnungsämter, Polizei, Zoll, Finanzamt), gibt es auch keine generelle Absolution, da die Behörden untereinander oft nicht vernetzt sind und die eine Behörde oft nicht weiß, was die andere tut!

    In NRW, wo ich die meisten Kunden habe, gibt es Städte, die sich entspannt zeigen und andere, die ab dem 1. Januar 2018 zur Jagd auf Rotlicht-Sünder blasen und die schon eine Reihe von Betrieben auf der Liste haben, die dringend „heimgesucht“ werden sollen! Eine unangenehme Situation, die dem Betreiber das Fest schon vermiesen können.

    Die „reisenden Damen“ nehmen die „Ausweis-Frage“ nicht sonderlich ernst und werden bei konservativen Betreiberinnen und Betreibern keine Wohnung erhalten, dann hektisch auf´s Amt rennen, wo man ihnen dann einen Termin für Februar oder März anbietet! Wenn man nur eine Woche in der Stadt ist, nützt das natürlich gar nichts!

    Wenn man bzw. frau wenigstens eine „Übergangsbescheinigung“ bekommt, die irgendwie am Gesetz vorbei zur vorübergehenden „Tätigkeit“ an einem bestimmten Ort berechtigen soll, hat frau ja noch einigermaßen Glück. Aber wenn dies lokal nicht angeboten wird, ist das dumme Gesicht vorprogrammiert!

    Die Betreiberinnen und Betreiber haben sich in den vergangenen Wochen viel Mühe gegeben, um Damen auf´s Amt zu bekommen, aber ich gehe davon aus, dass nicht mehr als 10% der Damen, die in Deutschland der gewerblichen Sexarbeit nachgehen, im Besitz des wichtigen Dokuments sind und das die bemühten Betreiberinnen und Betreiber im Januar 2018 in Gewissenskonflikte geraten werden: ignoriere ich die gesetzliche Vorgabe oder gebe ich mich streng, um mit keiner Behörde in Konflikt zu geraten?

    Es geht ja konkret um „Einnahme“ oder „Nicht-Einnahme“! Eine Gretchen-Frage, zu der ich aus verständlichen Gründen keine Empfehlung abgeben werde!

    Ein Aufruf zum „Rechtsbruch“ ist strafbar und ich wundere mich immer wieder, wenn Leute solches öffentlich tun. Ich bleibe für meine Kundinnen und Kunden natürlich am Ball und versuche regional Lösungen zu finden, auch wenn die Wahrscheinlichkeit nicht wirklich hoch ist, dass solches kurzfristig noch gelingt!

  • Prostitution 2017 – Terminlage – Letzte Wochen Dezember 2017

    Prostitution 2017 – Terminlage – Letzte Wochen Dezember 2017

    Prostitution 2017 - Terminlage - Letzte Wochen Dezember 2017

    Prostitution 2017 – Terminlage – Letzte Wochen Dezember 2017

    Updated 19.12.2017 by Howard Chance

    Ein aktueller Hinweis auf meine „restlichen“ Termine in 2017, bei denen der Schwerpunkt eindeutig in den „Büros“ liegt! Ich werde auch noch einmal reisen, um Konzepte abschließend zu erstellen, allerdings ist die Terminlage mehr als schwierig momentan! Wenn wundert es? Durch die sehr späten Verordnungen in den meisten Bundesländern, war das Chaos ja vorprogrammiert und es ist bereits eingetreten!

    Viele Kundinnen und Kunden schimpfen, weil ich momentan nur sehr schwer zu erreichen bin, aber wenn ich an Konzepten arbeite, muss ich mich zwangsläufig konzentrieren, um keinen Mist zu bauen! Ich bitte daher um Nachricht per Mail, da ich diese natürlich stündlich lese und dann auch kurz antworte. Die zu erstellenden Konzepte sind „Terminsachen“ und bis zum 31. Dezember 2017 gibt es viel zu wenig reine Arbeitstage.

    In einigen Bundesländern, vor allem im Osten, gibt es Fristverlängerungen: Betriebskonzepte können dort noch nach dem 31. Dezember 2017 eingereicht werden und ich stelle gerne im Auftrag Anträge auf Fristverlängerung! Dann ist die Erstellung von Konzepten im Januar / Februar ganz entspannt möglich!

    Ich spüre täglich den „Zugzwang“ und die Nervosität der Betreiberinnen und Betreiber, muss in dieser Situation aber einen kühlen Kopf bewahren und meine Termine und Aufgaben wie ein Uhrwerk abarbeiten. Anders geht es nicht! Auch an Weihnachten werde ich das Büro aufsuchen und an den Unterlagen arbeiten. Statt Glühwein und Spekulatius eben ein wenig Word, Acrobat und Excel! Was soll´s!

    Die Termine tagaktuell gelistet:

     

  • Prostitution 2017 – Presseschau aktuell – Deutschland divers

    Prostitution 2017 – Presseschau aktuell – Deutschland divers

    Prostitution 2017 - Presseschau aktuell - Deutschland divers
    Bildquelle: Pixabay

    Prostitution 2017 – Presseschau aktuell – Deutschland divers

    Die Presse überschlägt sich seit einigen Wochen mit Meldungen zum Thema „Prostitution in Deutschland“ und „Prostituiertenschutzgesetz“. Darum nachfolgend mal eine bunte Mischung, was so alles berichtet wird. Einfach ein simpler Zusammentrag ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne die sonst übliche Kommentierung:

    03.12.2017 – Frankfurter Rundschau: Kriminalisierung statt Schutz

    Kurz bevor die Stadt Frankfurt am Montag mit der Registrierung von Sexarbeiterinnen nach dem neuen Prostituiertenschutzgesetz beginnt, fordert die Organisation Doña Carmen die Aussetzung des Gesetzes. Als „Affront“ bezeichnet Doña Carmen die Tatsache, dass die Registrierung in Frankfurt bei der Behörde „Akute Gefahrenabwehr“ angesiedelt sein werde. Damit würden die Prostituierten stigmatisiert. Kritisiert wird auch, dass vom zuständigen Ordnungsamt angeblich keine Dolmetscher für die vorgeschriebenen Informations- und Beratungsgespräche sowie für die Gesundheitsberatung vorgesehen seien – obwohl dies im seit 1. Juli dieses Jahres geltenden Gesetz erwähnt sei.

    http://www.fr.de/rhein-main/kriminalitaet/prostitution-in-frankfurt-kriminalisierung-statt-schutz-a-1399901



    03.12.2017 – Die Zeit: Jeder, der arbeitet, verkauft seinen Körper

    Ich war zwei Jahre lang Prostituierte. Nicht der Verkehr mit Fremden machte mir zu schaffen – sondern wie die Gesellschaft Sexarbeit stigmatisiert. Nach dem ersten Mal, als ich Sex mit einem Freier hatte, schaute ich lange in den Spiegel. Ich dachte: Etwas müsste jetzt doch anders sein. Mein Gesichtsausdruck vielleicht oder etwas in meinem Blick. Aber alles war wie immer. Mein erster Kunde war sehr unauffällig gewesen. Um die 40, weder dick noch dünn, ich sah solche Männer jeden Tag Hunderte Male auf der Straße. Der Sex war okay. Dass dieser Sex Arbeit war, auch.

    http://www.zeit.de/arbeit/2017-11/prostitution-arbeit-sexarbeit-gesellschaft


    04.12.2017 – FNP: Stadt Frankfurt startet mit Anmeldung von Prostituierten

    Seit Montag können sich Prostituierte in Frankfurt registrieren lassen. Das teilte das Ordnungsamt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Damit setzt die Stadt einen weiteren Teil des neuen Prostituiertenschutzgesetzes um. Bis zum 31. Dezember haben Prostituierte nun Zeit, sich anzumelden – solange gelte die Übergangsfrist, sagt Andrea Brandl vom Ordnungsdezernat Frankfurt. Wer neu in das Geschäft einsteige, müsse sich direkt melden. Neben der Anmeldebescheinigung ist auch eine Alias-Bescheinigung mit Pseudonym möglich.

    http://www.fnp.de/rhein-main/Frankfurt-startet-mit-Anmeldung-von-Prostituierten;art1491,2844093


    05.12.2017 – Wilhelmshavener Zeitung: Prostituierte sollen registriert werden

    Das neue Gesetz ist schwer umzusetzen: Die Prostituierten müssen einen Ausweis beantragen. Wie die Kontrollen bei der hohen Fluktuation im Gewerbe aussehen sollen, ist unklar. Das Ziel ist klar definiert: Durch ein neues Gesetz sollen Sexarbeiter besser geschützt werden. Fraglich ist jedoch, ob das mit den vorgegebenen Instrumenten des so genannten Prostitutionsschutzgesetzes möglich ist. Da wäre beispielsweise die darin enthaltene Kondompflicht für Freier – und die Frage, wie die kontrolliert werden soll.

    http://www.wzonline.de/nachrichten/aktuelles/artikel/prostituierte-sollen-registriert-werden.html


    05.12.2017 – Trierer Volksfreund: Abdrängen von Prostitution in die Illegalität befürchtet

    Mit der Umsetzung des neuen Prostituiertenschutzgesetzes könnten bestimmte Formen von käuflichem Sex künftig in die Illegalität gedrängt werden – diese Befürchtung gibt es auch in Kaiserslautern. Es zeige sich „bereits jetzt, dass versucht wird, die Bestimmungen des Prostituiertenschutzgesetz zu umgehen“, teilte ein Sprecher der Stadtverwaltung am Dienstag mit. „Es muss damit gerechnet werden, dass bestimmte Formen der Prostitution, die nach dem Prostituiertenschutzgesetz verboten sind, im Verborgenen durchgeführt werden.“ Inwieweit diese entdeckt und unterbunden werden könnten, bleibe abzuwarten.

    https://www.volksfreund.de/nachrichten/rheinland-pfalz/abdraengen-von-prostitution-in-die-illegalitaet-befuerchtet_aid-6912181


    05.12.2017 – L´essentiel: Rheinland-Pfalz: Städte setzen Regeln für käuflichen Sex um

    Schon seit fünf Monaten ist das neue Prostituiertenschutzgesetz in Kraft. Jetzt werden die neuen Regeln vor Ort umgesetzt. Im Zentrum steht die Anmeldepflicht. Straßenstrich, Laufhaus, Tantra-Massagen oder Escort-Service – das Geschäft mit käuflichem Sex hat viele Formen. Seit Juli regelt ein neues Bundesgesetz die Prostitution. Die Anwendung der Bestimmungen hat sich in fast allen Bundesländern verzögert, kommt nun aber auch in Rheinland-Pfalz in Gang, wobei es etliche skeptische Stimmen gibt. «Es bleibt abzuwarten, wie schnell eine reibungslose Umsetzung des Gesetzes zu verwirklichen sein wird», heißt es im rheinland-pfälzischen Frauenministerium.

    http://www.lessentiel.lu/de/news/grossregion/story/Staedte-setzen-neue-Regeln-fuer-kaeuflichen-Sex-um-29501579


    06.12.2017 – Regio News: Schärfere Gesetze: Prostitution in Karlsruhe nur noch mit Gewerbe-Erlaubnis

    Die Stadt Karlsruhe weist alle Betreiber von Prostitutionsstätten eindringlich daraufhin, dass ab dem 1. Januar ein Erlaubnisantrag für ein solches Gewerbe vorliegen muss. Wer die Frist zum Jahresende verpasst, muss sein Bordell zumindest solange schließen, bis die Erlaubnis vorliegt. Schärfere Gesetze in Sachen Prostitution. Seit dem 1. November ist das städtische Ordnungsamt für das Prostitutionsgewerbe in Karlsruhe zuständig. Zuvor regelte dies das baden-württembergische Sozialministerium. „Wir führen die nach den Vorschriften des Prostituiertenschutzgesetzes notwendigen Anmelde- und Erlaubnisverfahren durch und stehen für alle Fragen im Zusammenhang mit diesem neuen Gesetz den Betroffenen zur Verfügung“, fasst Amtsleiter Björn Weiße den Aufgabenbereich des Ordnungsamts zusammen.

    https://www.regio-news.de/ka/nachrichten/regionale-nachrichten-karlsruhe/444167-schaerfere-gesetze-prostitution-in-karlsruhe-nur-noch-mit-gewerbe-erlaubnis.html


    08.12.2017 – Die Welt: Was Dominas gegen den Hurenausweis haben

    Das neue Prostituiertenschutzgesetz verpflichtet nicht nur zu regelmäßigen Untersuchungen, sondern verlangt von Sexarbeiterinnen, sich registrieren zu lassen. Die protestierten gegen Zwangs-Outing. Der Himmel über dem Rathaus-Schöneberg ist knallblau. Rosa Luftballons blinken in der Dezembersonne. Die Hochzeitsgesellschaft vor dem Standesamt guckt nach oben. Strahlende Gesichter. Zwischen den Gästen flattert ein weißer Schleier. Der schönste Tag im Leben. Die Frauen, die sich um die Ecke, ein paar Schritte weiter, vor dem Haupteingang des Rathauses aufgestellt haben, sehen sie nicht. Kein Schleier, kein Rosa. Johanna Weber trägt rote Overknees. Sie machen ihre Beine noch länger und passen perfekt zu dem roten Spitzenbody, den sie über das schwarze langärmelige Top gezogen hat. Der Wind, der um das Rathaus pfeift, ist kühl. Bei der Arbeit zeigt sie mehr Haut.

    https://www.welt.de/vermischtes/article171411572/Was-Dominas-gegen-den-Huren-Ausweis-haben.html


    08.12.2017 – Nordwest Zeitung: Kreis zieht Lovemobile aus dem Verkehr

    Der Landkreis Cloppenburg hatte vor einigen Wochen angekündigt, die vier Lovemobile auf den Parkplätzen an der B 72 und an der B 401 entfernen zu lassen. Bislang stehen die Mobile in Petersfeld in der Gemeinde Garrel und in Sedelsberg in der Gemeinde Saterland aber noch immer auf den Parkplätzen. Am vergangenen Freitag hatte der Landkreis Cloppenburg Verfügungen nach dem Prostituiertenschutzgesetz an die Halterin der vier Lovemobile und den zu vermutenden Eigentümer der Fahrzeuge zugestellt, informierte Kreissprecherin Sabine Uchtmann auf NWZ-Nachfrage.

    https://www.nwzonline.de/garrel/petersfeld-prostitution-kreis-zieht-lovemobile-aus-dem-verkehr_a_50,0,1347741783.html


    08.12.2017 – Rheinische Post: Neues Gesetz schützt Prostituierte nicht

    Ein knappes halbes Jahr nach Inkrafttreten des Bundesgesetzes haben sich nach Angaben der Landesregierung in NRW erst rund 650 Sexarbeiter bei den Behörden angemeldet. Dafür gibt es wohl verschiedene Gründe. Das neue Gesetz zum Schutz von Prostituierten droht seine Wirkung zu verfehlen. Bis Mitte Oktober hatten in Nordrhein-Westfalen nach Angaben der Landesregierung erst 525 Frauen und zwölf Männer eine Tätigkeit als Prostituierte angemeldet. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Josefine Paul hervor. Gut einen Monat später waren es nach Angaben des NRW-Gleichstellungsministeriums rund 650. Allein die Zahl der weiblichen Prostituierten in NRW wird aber auf 25.000 bis 45.000 geschätzt.

    http://www.rp-online.de/panorama/neues-prostitutionsgesetz-schuetzt-prostituierte-nicht-aid-1.7253017

    Kontext-Artikel:

    http://prostitution2017.de/schutzgesetz/2017/12/08/prostitution-2017-mentaler-overkill-chaos-pur-last-minute/

     

     

     

  • Prostitution 2017 – Mentaler Overkill? – Chaos pur – Last minute!

    Prostitution 2017 – Mentaler Overkill? – Chaos pur – Last minute!

    Prostitution 2017 - Mentaler Overkill? - Chaos pur - Last minute!Prostitution 2017 – Mentaler Overkill? – Chaos pur – Last minute!

    Ich hatte mich ja schon in meinem letzten Newsletter mit „weihnachtlicher Romantik“ beschäftigt und der Feststellung, dass diese in diesem Jahr bei mir völlig ausbleibt. Zwar habe ich im Vorbeigehen schon die Weihnachtsmärkte in Speyer, Köln, Düsseldorf, Essen und Frankfurt/Main gesehen und war sogar live vor Ort, als in Baden-Baden die mondäne Weihnachtshütte vor dem „Löwenbräu“ in Baden-Baden errichtet wurde (an dieser Stelle nochmals ein Gruß an den lieben Jürgen, der zum festlichen Braten geladen hatte!).

    Bei den Meldungen, die ich momentan aus vielen Regionen der Republik erhalte, vergeht einem allerdings der kindliche Blick, weil sich das erwartete Chaos bestätigt! Nachfolgend einmal aktuelle „News“ und „Merkwürdigkeiten“, natürlich nur als „Appetitanreger“ ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit:

    Das Land Niedersachsen denkt angeblich darüber nach bei „Handentspannung“ eine Kondompflicht zu verordnen. Begründung: Infektionsgefahr (Bundesinfektionsschutzgesetz)!
    Kann man Dienstleisterinnen und Kunden nicht komplett in Gummi einschweissen?

    Einige Gesundheitsämter in NRW verlangen bei der Beratung die Vorlage von Krankenkassen-Karten. Ohne Mitgliedschaft in einer deutschen Krankenkasse keine Beratung, keine Bescheinigung, kein Ausweis! Und zusätzlich Drohung mit Meldung an die Sozialversicherungsträger! Krankenkassenpflicht!

    Ein Ordnungsamt in NRW schreibt „deutschen Wohnsitz“ vor! Sonst kein Huren-Ausweis! Steht im Gesetz zwar anders, aber scheinbar egal! Das Amt hat immer recht?

    In ländlichen Distrikten von Rheinland-Pfalz will man auf den Ämtern keine „Meldungen“ haben und schickt Leute weg, die alle Unterlagen beisammen haben!

    Mir wurde gestern das Foto eines Huren-Ausweises geschickt, wo die Gültigkeit für Deutschland, Österreich und die Schweiz bescheinigt wird. Diplomatische Verwicklungen? Auch die fiktive Gültigkeit „Wuppertal und Deutschland“ klingt merkwürdig: demnach gehört Wuppertal nicht (mehr) zu Deutschland?

    In einer Landesmetropole „müssen“ alle Konzepte „persönlich“ zur Amtleitung gebracht werden und ausserdem will die Amtsleitung alle „Prostituierten“ kennenlernen und aushorchen, bevor der Antrag bearbeitet wird.

    Eine andere Fachkraft macht Hausbesuche in Bordellbetrieben und rät den Hausdamen sich schnell einen neuen Job zu suchen! Heftig!

    In Baden-Württemberg nimmt man bei ordnungsamtlichen Kontrollen jetzt schon mal ein SEK mit und simuliert eine Terrorübung, in dem man halbnackte Damen mit der Flinte bedroht! Cobra 6 – Die Helden schlagen zu!

    Man wirft dort auch Leute aus Mietwohnungen, die seit Jahren mit Meldeanschrift bewohnt werden und überwiegend dem „Wohnen“ dienen: Koffer packen und raus!

    Die Frage eines Ordnungsamtsmannes über meine Hotline, ob man unter „Laufhäusern“ die amerikanischen Lovemobile bzw. Mobilhomes versteht, war dann mal ebenso lustig, wie die
    Frage eines Betreibers, der ein Open-Air-Kondom ohne Spitze entwickelt hat und darauf besteht, dass nirgendwo im Gesetz definiert ist, dass ein „intaktes“ Verhüterli verwendet werden muss!

    Was ist überhaupt mit „Schlucken“? Auch nicht verboten! Genau wie „Kondome aussaugen“! Ja, sehr lecker! Such die Lücke und Du findest sie! Garantiert! Applaus!

    Wenn sich die Massage-Fachkraft bei der Massage in den Kunden verliebt, was ja scheinbar täglich vorkommt, und die Beiden „nach“ der gewerblichen Massage Sex ohne Kondom haben, kann das Amt doch nichts sagen? Da spielt dann sicher auch keine Rolle, dass die
    Fachkraft mit Asylpapieren unterwegs ist! Wann kommt schon mal der Zoll? Egal!

    Dass in den großen Anzeigeportalen die „Adressen“ häufig nicht mehr benannt sind und man die Dienstleisterinnen dann an Bushaltestellen vor der Tür kennen lernt, ist auch ein absolutes Erfolgsmodell! Kreativität wird es richten!

    Die Liste könnte noch viel länger werden, aber meine Birne ist mit anderen Sachen gefüllt und ich bin um seriöse wie sichere Lösungen bemüht und habe sicher nicht die Absicht im Kundenauftrag Behörden zu verladen. Mag zwar lustig sein, aber im Ergebnis kassiert man damit als Betreiber irgendwann die rote Karte! In den Abgrund mit Ansage, ist nicht mein Ding!

    Ich werde die kommenden zwei Wochen intensiv für die Erstellung von Betriebskonzepten nutzen und dabei hauptsächlich auf dem Düsseldorfer und Oberhausener Bürostuhl sitzen! Für umfangreiche Reisen bleibt momentan kein Zeit: es gilt Papier zu fressen und Inhalte zu produzieren!

    Natürlich gönne ich allen Glühwein und Naschwerk, kann mich aber in diesem Jahr daran absolut nicht beteiligen! 100% Voll-Last! Ausgebucht sowieso!

    Liebe Grüße heute aus Frankfurt/Main

    Howard

    Kontext-Artikel:

    Prostitution 2017 – Presseschau aktuell – Deutschland divers

    http://prostitution2017.de/schutzgesetz/2017/12/08/prostitution-2017-presseschau-aktuell-deutschland-divers/

  • Prostitution 2017 – Bussgeldvermeidung für Betreiberinnen & Betreiber

    Prostitution 2017 – Bussgeldvermeidung für Betreiberinnen & Betreiber

    Prostitution 2017 - Bussgeldvermeidung für Betreiberinnen & BetreiberProstitution 2017 – Bussgeldvermeidung für Betreiberinnen & Betreiber

    Bei nahezu allen Beratungsterminen der jüngeren Zeit, werde ich von Kundinnen und Kunden gefragt, was passiert, wenn ab dem 1. Januar 2018 in den sogenannten „Prostitutionsstätten“ Sexworker(innen) tätig werden, die (noch) nicht im Besitz einer „Anmeldebestätigung“ (Huren-Ausweis) sind. Wenn man den Gesetzestext liest, ist diese Frage schnell und präzise zu beantworten:

    Sexworker(innen) dürfen ohne vorhandene „Anmeldebestätigung“ ab dem 1. Januar 2018 nicht tätig werden. Betreiberinnen und Betreiber dürfen Sexworker(innen) nicht „beschäftigen“, was sie ohnehin in den seltensten Fällen tun, dürfen aber auch deren selbständige Arbeit in der Prostitutionsstätte nicht gestatten und auch keine Wohnungen zum ausdrücklichen Zweck der Prostitution vermieten oder zur Verfügung stellen.

    Beide Personengruppen begehen hier eine Ordnungswidrigkeit, wenn sie gegen diese Bestimmung verstoßen, wobei man Sexworker(innen) beim „Erstverstoß“ angeblich lediglich ermahnen will. Betreibern wird man aber womöglich sofort eine Bußgeld auferlegen und das macht sich mitten im „amtlichen Erlaubnisprozess“ nicht so gut, da man ja seine „Unzuverlässigkeit“ geradezu markant zu Markte trägt!

    Doch bei allem guten Willen, wird es in vielen deutschen Städten und Kreisen überhaupt nicht möglich sein, bis zum 1. Januar 2018 noch in den Besitz eines Ausweises zu kommen und wir müssen zwischen unterschiedlichen Personengruppen innerhalb der Prostitution unterscheiden, da die Realität nicht immer zur amtlichen Handhabung passt:

    Nicola ist eine sogenannte „reisende Dame“, die oft über Monate von Stadt zu Stadt reist und sich in Bordellen oder bei Wohnobjekten zeitweilig einmietet. Sie hat für Januar Termine in 4 deutschen Großstädten gemacht und hat geplant in jeder Stadt eine Woche zu bleiben. Momentan ist sie in ihrer rumänischen Heimat und hat nun vom „Chef“ in Baden-Württemberg erfahren, dass sie am 3. Januar 2018 bei ihm nur „einchecken“ kann, wenn sie den berüchtigten „Hurenpass“ besitzt.

    Wie soll sie nun in den hinteren Karpaten an das Dokument kommen? Es gibt den Ausweis in keiner deutschen Botschaft im Ausland und da Beratungen stattfinden müssen, ist natürlich kein rein schriftliches Verfahren möglich!

    Anna-Maria wohnt in der Stadt, wo sie auch als Sexworkerin in einem Laufhaus tätig ist, hat vor 14 Tagen ihr Beratungsgespräch in ihrer Heimatstadt absolviert und hat in der Woche vor Weihnachten den Termin beim Ordnungsamt, wo sie ihrer „Prostitutionspapiere“ noch vor dem Jahreswechsel erhalten wird. Der Betreiber des Laufhauses setzt auf „lokales Personal“ und hat alle Damen sogar persönlich zu Amt gefahren.

    Warum bloß? Na, damit sich der Puff nicht am 1. Januar 2018 in ein reines Möbelparadies verwandelt und die Gäste vergeblich nach Damen Ausschau halten!

    Hätte Anna-Maria ihren „Huren-Ausweis“ z.B. in Köln beantragt, hätte sie bis Jahresende zwar keinen realen Ausweis, aber eine „Übergangsbescheinigung“, die quasi die Frist verlängert. Aber eben nur im regionalen Bereich und ganz sicher nicht in anderen Regionen und Bundesländern, wo der Erhalt der Papiere beispielsweise zeitgleich möglich gewesen wäre.

    Wenn ich rein „stationär“ arbeite, habe ich also deutliche Vorteile! Wenn ich hingegen „reise“, lande ich in den meisten Fällen im Chaos und stürze die Betreiberinnnen und Betreiber auch noch in einen „Gewissenkonflikt“?

    Zurück zu Nicola, die ihr Flugticket nach Baden schon vor einem Monat gebucht hat und nach der persönlichen „Auszeit“ ab 1. Januar 2018 wieder dringend Geld verdienen möchte. Wenn sie am 1. Januar 2018 in Baden landet, hat die zuständige Behörde, die den Ausweis theoretisch ausstellen, wegen Feiertag geschlossen. Auch am 2. Januar 2018 wird Nicola bei der Vorsprache nicht viel Glück haben, da man dem „Chef“ telefonisch bereits mitgeteilt hat, dass alle Beratungstermine bis Ende Januar vergeben sind.

    Nicola kann also vor Ort nichts tun, um an den notwendigen „Pass“ zu kommen und der Chef darf ihr die Arbeit in seinem Betrieb nicht erlauben, weil er damit kräftig gegen das neue Gesetz verstoßen würde!

    Muss Nicola jetzt nach Neumünster oder in eine andere „flexible Region“ reisen, um dort möglichst schnell einen Huren-Ausweis zu erhalten oder reicht es die Behörde vor Ort auf die Unmöglichkeit der Umsetzung hinzuweisen?

    Können Behörden Zugeständnisse machen und dies gegenüber den Betreibern schriftlich bestätigen? Oder sollte man es einfach darauf ankommen lassen und in einem möglichen Bußgeld-Verfahren seine Argumente vorbringen?

    Eine Fragestellung, die ich im Moment mit Fachleuten untersuche, und eine Fragestellung, mit der ich mich auch schon an Behörden gewandt habe! Die Antworten stehen noch aus und ich weiß auch warum: weil sich bislang niemand intensive Gedanken dazu gemacht hat! Klar, es bestand ja auch kein Bedarf und manchmal entstehen Probleme halt erst in der Praxis!

    Sobald ich amtliche Post zu meinen Fragen im Kasten habe, werde ich natürlich hier berichten. In einigen konkreten Fällen, bin ich ja bereits im Mandantenauftrag tätig und dabei läuft auch mehr und mehr die Zeit ab. Kann man auf telefonische Auskünfte vertrauen, wo man später den Namen des Sachbearbeiters nicht mehr erinnert?

    Wie halten Sie es? Gibt es weitere Problemstellungen, zu denen ich noch nicht berichtet habe? Dann freue ich mich über Ihre Rückmeldungen! Ich werde interessante Aspekte natürlich gerne in meinem Blog veröffentlichen! Versprochen!

    Einen frohen ersten Advent wünscht Howard!

  • Howard´s Advents-News – Aktenberg versus Adventskalender

    Howard´s Advents-News – Aktenberg versus Adventskalender

    Howard´s Advents-News - Aktenberg versus Adventskalender
    Bildquelle: Pixabay

    Howard´s Advents-News – Aktenberg versus Adventskalender

    Sehr geehrte Damen und Herren, verehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe Freundinnen und Freunde!

    Was waren das doch für schöne Zeiten, als man mit kindlicher Freude jeden Dezember auf´s Neue ein mit Schokolade geladenes Fenster im Adventskalender öffnete und das große Stück vom 24.12. bereits vorzeitig von hinten „entfernte“. Doch in diesem Jahr ist die Erotikbranche in Deutschland nicht ganz so romantisch gestimmt, da ja am 31. Dezember 2017 die Übergangsfristen ablaufen und bis zu diesem Datum die „Betriebskonzepte“ eingereicht sein müssen. Wer als Betreiberin oder Betreiber hier zu spät ist, hat im Januar 2018 möglicherweise ein ernstes Problem, zumindest wenn sie oder er in Nordrhein-Westfalen oder Bayern beheimatet ist!

    Während 14 Bundesländer noch am Gesetz „üben“ und nicht alles termingerecht auf die Kette bekommen, ist NRW das Vorzeigeland bei der Umsetzung des Gesetzes. In Düsseldorf und Dortmund sind für Januar bereits Kontrollen angekündigt und ich nehme diese Ankündigungen sehr ernst, da ich die dortigen Protagonistinnen kenne. Null Toleranz!

    In Baden-Württemberg gibt man auch Gas, hat aber das Problem, dass bis Jahresende nicht mehr genug Ausweise ausgestellt werden können! Kontrollen wären daher eine reine Provokation, die aber im Verwaltungsverfahren niedergeschlagen werden dürften! Die Städte und Kreise in Hessen streiten sich nach wie vor mit dem Land und hier ist die Verzögerung greifbar. In Hamburg wiederum hat man den längsten Fragebogen zum notwendigen Konzept entwickelt, kann hingegen noch nicht genügend Ausweise ausstellen. Darum reisen die „Hamburger“ just nach Neumünster in Schleswig-Holstein, wo es die „Happy-Hour-Ausstellung“ gibt!

    Auf Huren-Ausweisen steht „Wuppertal und Deutschland“, obwohl dies eigentlich so nicht eingetragen werden darf und die Frage, was man unter „geeigneten Waschgelegenheiten oder Alarmsystemen“ versteht, können Ämter im Hinblick auf diverse DIN-Normen nicht beantworten. Ich erspare mir an dieser Stelle weitere Ausführungen, da sich hier ein Roman bilden würde, den wohl niemand lesen möchte!

    Gleichzeitig warne ich nochmals vor Nachlässigkeit und rufe dringend dazu auf, den amtlichen Notwendigkeiten zu begegnen und sich entsprechend zu präparieren. Auch wenn alles nach mächtig Chaos klingt, können im Einzelfall dennoch gewaltige Konsequenzen drohen, wenn man Fristen missachtet und stattdessen lieber Weihnachtskekse futtert.

    Ich selbst werde „bis zum letzten Tag“ aktiv sein und meine Kunden auf den „letzten Schritten“ begleiten. Es ist Stress, aber wir sind gemeinsam auf einem guten Weg! Wo ich im Dezember sein werde, ist meinem Terminkalender zu entnehmen und ich gebe mir viel Mühe diesen „Fahrplan“ einzuhalten:

    http://prostitution2017.de/schutzgesetz/2016/11/27/termine-howard-chance/

    Wer mich allerdings an Heiligabend anruft und fragt, ob wir bis Jahresende noch fix ein Betriebskonzept erstellen können, der oder die wird mit Pfeffernüssen beworfen!

    Einen herzlichen Gruß aus dem vorweihnachtlichen Karlsruhe sendet Ihnen / Euch

    Howard Chance

    http://www.prostitution2017.de

    howard.chance@t-online.de

  • Prostitution 2017 – Seminarrückblick II – Zustellanschrift und Neumünster!

    Prostitution 2017 – Seminarrückblick II – Zustellanschrift und Neumünster!

    Prostitution 2017 – Seminarrückblick II – Zustellanschrift und Neumünster!

    Ich habe am Sonntag im Teil I meines Seminarrückblicks ja ein wenig „geunkt“, wie es so meine Art ist und einige Themen angedeutet, zu denen ich nun im zweiten Teil meiner Zusammenfassung Stellung nehmen möchte.

    1. Warum Christoph Rohr Gerichtsvollzieherinnen zum Kasten führt?

    Zustellanschrift.de – Die intelligente Lösung für Sexworkerinnen

    Schon seit Mitte des Jahres besteht ein intensiver Kontakt mit Christoph Rohr, der im Süden der Republik die Rotlicht-Akademie betreibt und dabei ein ähnliches Programm wie meine Unternehmensberatung MH-Consulting „fährt“. Nun denken viele in der Branche, dass wir um Kunden wetteifern und versuchen uns gegenseitig die Butter vom Brot zu nehmen! Konkurrenz halt! Aber weit gefehlt: wir tauschen uns regelmässig aus und unterstützen uns bei unseren Projekten. Was der eine nicht kann oder schafft, kann vielleicht der andere schneller und besser!

    Während Christoph nicht so gerne reist wie ich, bin ich im Orgabereich viel schlechter und gerade was das neue Produkt „Zustellanschrift.de“ anbelangt, muss ich passen und freue mich auf Christoph zu verweisen, der die intelligente digitale „Postfach-Lösung“ auch bei seinem Besuch am Samstag in Essen präsentiert hat.

    Vielen Sexworkerinnen fehlt es an einer Zustellanschrift für Behördenpost und Erotikbetriebe sollten sehr vorsichtig sein, wenn sie einfach Namensschilder an den Briefkasten kleben! Wenn die jeweilige Dame abreist oder sonstwie „verschwindet“, suchen die Behörden gerne an Ort und Stelle nach Zustellungsbevollmächtigten oder unterstellen düstere Machenschaften. Ich selbst hatte auch schon die Freude in den Fokus von Strafverfolgern zu geraten, weil ich unter meiner Kanzleianschrift Post für „Damen“ angenommen habe. Meine Vollmacht dazu wurde einfach angezweifelt!

    Mit der Zustellanschrift sind „alle“ auf der sicheren Seite und Christoph Rohr hat das System aufwendig durchdacht. Einfach, funktionell und rechtskonform und das ganze jetzt mit Übersetzungstool und zum Pauschalpreis von 99 € pro Jahr! Ich empfehle allen Betreiberinnen und Betreibern die Webseite zu besuchen und meine Empfehlungen an die Damen vor Ort weiter zu geben.

    Übrigens werden wir unsere Zusammenarbeit in den „letzten Wochen“ weiter intensivieren. Zwar ist Christoph ähnlich ausgebucht wie ich, aber wir werden versuchen weiteren Fach- und Sachverstand auch kurzfristig zu organisieren, wenn es denn plötzlich brennt. Unser Netzwerk wird täglich größer und im Januar wird es sicher an vielen Orten der Republik krachen, wenn die Behörden „endlich“ in die Pötte kommen! Man gebe obacht!

    2. Warum Neumünster in Schleswig-Holstein die Pilgerstätte für Sexworkerinnen ist

    Huren-Ausweise in Rekordzeit – Im hohen Norden geht was ab!

    Während in Köln, Düsseldorf, Frankfurt am Main und Hamburg die grünen Huren-Ausweis mehr oder weniger im Keller verschimmeln, gibt es das amtliche Dokument inklusiv Gesundheitsberatung und Beratungsgespräch im „Happy-Hour-Verfahren“. Innerhalb einer knappen Stunde ist angeblich alles erledigt und man fragt in der schleswig-holsteinischen Zentralstelle für das neue Prostitutionsgesetz auch nicht weiter nach, wo denn die Damen wirklich arbeiten. Wurde am Samstag jedenfalls so von Seminarteilnehmern berichtet!

    Kein Wunder, dass inzwischen Autokolonnen aus Hamburg gen Neumünster reisen und das die Deutsche Bahn überlegt zwischen Weihnachten und Neujahr Sonderzüge einzusetzen!

    Geht doch! Wenn man will und den Gesetzestext etwas „freizügig“ interpretiert, kommt Lulu auch noch kurzfristig an den unbeliebten Pass und die Clubbetreiber schlafen etwas ruhiger! Ich verlinke die Anschrift der Behörde in Neumünster hier nicht, um nicht wieder irgend eine böse Absicht unterstellt zu bekommen, bin mir aber sicher, dass Google stets hilft, wenn man etwas bestimmtes sucht! Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie bitte nicht mich!

    Übrigens bin ich gerade im vorweihnachtlichen Karlsruhe und nein: ich bin nicht zum Verfassungsgericht gereist, um mich nach dem Verfahrensstand der Verfassungsbeschwerde von Dona Carmen e.V. zu erkundigen! Ich habe hier vielmehr Termine und bin am heutigen Abend im „Aposto“ eingekehrt, wo es lecker Food and Wine gibt. Und „Tannenzäpfle“ …

    Vom Seminar berichtete auch Kaufmich.com:

    https://www.kaufmich.com/magazin/mit-einem-bein-im-knast/