Prostitution 2017 – Amateurpornostars versus Prostitution – Betrachtungen

Bildquelle: Pixabay


Prostitution 2017 – Amateurpornostars versus Prostitution – Betrachtungen

Die deutsche Amateurporno-Szene boomt und ist nicht zuletzt durch das Buch des Kollegen Philip Siegel in den vergangenen Wochen breit in die Öffentlichkeit gerückt: sein Auftritt bei „Markus Lanz” war ebenso informativ wie amüsant und selbst die gestrenge Alice Schwarzer konnte sich ein breites Lächeln nicht verkneifen … geht doch, Alice! Wahrheinlich hat die Gute viel mehr Humor, als ihre kämpferischen Artikel vermuten lassen!

Deutschland ist das Amateurporno-Land überhaupt!

stellte der Buchautor Siegel fest und berichtete von eindrücklichen Erlebnissen bei seinen hautnahen Recherchen, die in quer durch die Republik führten und sicher auch weiter führen werden.

Wenn Porno Porno bleibt, hat das doch gar nix mit dem neuen Prostitutionsgesetz zun tun?

Dies war die mit einer Feststellung verbundene Frage einer Darstellerin, die mich per Mail um meinen Rat bat. Richtig: Dreharbeiten, bei denen Pornofilme produziert werden, fallen nicht unter den Prostitutionsbegriff des neuen Gesetzes! Es wird nämlich keine sexuelle Dienstleistung an oder mit einem Freier erbracht!

Es gibt allerdings Filmproduktionen, bei denen männliche Darsteller Eintritt bezahlen, um bei einem Filmdreh mitzuwirken und hier stellt sich dann die Frage, wofür dieser Eintritt zu zahlen ist. Zahlt der Darsteller doch für eine „sexuelle Dienstleistung” und ist das Filmprojekt womöglich nur die Tarnung für einen gewerblichen Gangbang?

Eingeweihte wissen, das die Grenzen hier fliessend sind. Die Behörden haben das Thema hingegen nur sehr begrenzt auf dem Schirm, was sich aber ab Juli 2017 schnell ändern kann, wenn eben neue Regeln gelten!

Wenn es den Behörden gelingt zu belegen, dass Filmdarsteller eher als Freier und weniger als Filmschaffende zugegen sind, droht Ungemach, da die Aufnahmen dann schnell als erlaubnispflichtige „Prostitutionsveranstaltungen” gewertet werden können und die weiblichen Akteuerinnen damit zu „Prostituierten” werden, die in der Folge den beliebten „Huren-Ausweis” benötigen!

Man bewegt sich hier in einer „Grauzone”, in der zuviel erhellendes Licht sicher auch nicht gewünscht ist, wenn man es einmal nur von der Seite der Anbieter aus betrachtet. Aufgeschreckte Behörden könnten aber zur intensiven „Beleuchtung” neigen und die amtliche Lampe genau auf diesen leicht dunklen Bereich richten. Wer kann, der kann!

Da man von privaten „Filmproduktionen” nur sehr selten leben kann, haben viele Stars der Szene Geschäftsmodelle entwickelt, die das Filmschaffen mit Sexwork kombinieren. User-Treffen, frivole Herrenparties oder aber Pornostar-Escort werden auf privaten Pages und in Portalen beworben. Damen, die „auch” solche Dienstleistungen anbieten, kommen um den „Hurenpass” nicht herum und viele der Events sind, wenn sie nicht „alleine”, also ohne die Mitwirkung weiterer Kolleginnen, durchgeführt werden, erlaubnispflichtig, wobei ein Prostitutionsgewerbe angemeldet werden muß und die Veranstaltungen 4 Wochen vor dem Event angezeigt und genehmigt werden müssen!

Interessanterweise gibt es im Web bereits annoncierte Events nach dem 1. Juli 2017, bei denen man die notwendige Erlaubispflicht ohne wenn und aber unterstellen kann und muß. Da wäre es dann überhaupt nicht verwunderlich, wenn zu gegebener Zeit Behörden als amtliche Beleuchter die Szenerie schlagartig betreten und bei einer Razzia mal fix die genauen Umstände prüfen. Gerade wenn solche Events in bekannten Erotikclubs stattfinden, die als besondere Gewerbebetriebe jederzeit amtlich kontrolliert werden können, bleibt die verschlossene Tür sicher nicht zu und die Ausweiskontrollen sind auch für die männlichen Gäste nicht ungefährlich, da sie als mögliche Zeugen Post in den heimischen Briefkasten bekommen können. Was da wohl die Mutti zu sagt, die Post informativ öffnet?

In Zusammenarbit mit einem Amateur-Cam-Portal und einigen fragenden privaten Darstellerinnen, plane ich im Mai/Juni 2017 ein Informationsseminar für dieses spezielle Segment. Wir sind gerade bei der Terminfindung und haben dabei das Ruhrgebiet als Veranstaltungsort im Plan! Spätestens Ende April werde ich hierzu posten!

Ein Kommentar zu “Prostitution 2017 – Amateurpornostars versus Prostitution – Betrachtungen”
  1. Hallo Leute,

    als Wiener Betreiber, kann ich Eure Verunsicherung ganz gut verstehen.
    Bereits 2011, gab es in Wien eine gewaltige und sehr einschneidende Gesetzesnovellierung, bei der von heute auf morgen, kein Stein mehr auf dem Anderen blieb.
    Der Straßenstrich wurde auf wenige Zonen kastriert. Wohnungsprostiution wurde gleich generell verboten. Die Ausübung selbst, war daher plötzlich nur mehr in genehmigten Prostitutionslokalen erlaubt.
    Geprüft wird alles, von A für die Abluftanlage bis zu Z für das Ziviltechniker-Gutachten. Weit über 200 Lokale ließen die Rollbalken runter.

    Die Mädls sind polizeilich registriert, müssen im 6-Wochen-Intervall zum Gesundheitscheck und den Lokalbetreibern wird ebenfalls regelmäßig auf den Zahn gefühlt.
    6 Jahre später, lebt das Wiener Rotlicht immer noch. Die Szene hat sich allerdings geändert. Die billigen, versifften Hinterhofpuffs sind verschwunden!
    Und auch die Preise sind wieder auf ein halbwegs erträgliches Maß gestiegen!

    Mit den Gangbangs werdet Ihr es allerdings schwer haben. Völlig egal wie man sie nennen wird und völlig egal ob gedreht wird oder nicht.

    Liebe Grüße
    mAx

Schreibe einen Kommentar