Monat: September 2024

  • Tagungsbericht – Zukunft Rotlicht – 24.09.24 – Düsseldorf

    Tagungsbericht – Zukunft Rotlicht – 24.09.24 – Düsseldorf

    Tagungsbericht - Zukunft Rotlicht - 24.09.24 - DüsseldorfTagungsbericht – Zukunft Rotlicht – 24.09.24 – Düsseldorf

    Branchenzusammenkunft zum Thema „Sexkaufverbot in Deutschland“

    Am Dienstag, dem 24.09.2024, fand in der Landeshauptstadt Düsseldorf die diesjährige Tagung der Interessengemeinschaft Zukunft Rotlicht statt, zu der 40 Betreiberinnen und Betreiber sowie Vertreterinnen und Vertreter der Rotlicht-Verbände aus dem gesamten Bundesgebiet angereist waren.

    Thema war das drohende Sexkaufverbot, dass bereits im Bundestag beraten wird und dass die CDU/CSU-Fraktion möglichst sofort umsetzen will. Auch wenn es unter den gegenwärtigen Mehrheitsverhältnissen im Parlament für den Antrag diesmal keine Mehrheit geben wird, kann sich dies schlagartig ändern, wenn nämlich ab Ende 2025 Friedrich Merz Bundeskanzler wird und die CDU/CSU die stärkste Fraktion im Deutschen Bundestag stellt.

    Die rechtlichen Rahmenbedingungen des laufenden und eines zukünftigen Gesetzgebungsverfahrens und die existierenden verfassungsrechtlichen Bedenken wurden von Rechtsanwalt Guntram Knop vorgestellt, kompetent erläutert und diskutiert.

    Das die Lage sehr ernst ist, ist keine neue Erkenntnis, aber die Vorgänge in Berlin zeigen deutlich, dass es der CDU/CSU ernst ist und dass man den Vorstoß sehr ernst nehmen muss. Während sich die SexarbeiterInnen und die dann von Freier-Strafbarkeit betroffenen Kunden im Graubereich irgendwie mit den neuen Umständen irgendwie arrangieren würden, wäre das Sexkaufverbot für Betreiber offizieller Betriebe der Todesstoß und das Ende der geschäftlichen Existenz.

    Die noch 12 Monate bis zur Bundestagswahl müssen daher nun intensiv genutzt werden, um auf politischem Weg alles zu tun, um das Verbot möglichst noch zu stoppen!

    Wir stellten am Dienstag neuerlich fest, dass der im Deutschen Bundestag vorliegende Antrag der CDU/CSU unglaublich fehlerhaft ist: er verweist auf eine Zwischenevaluation des ProstSchG, die nachweislich nie stattgefunden hat. An belastbaren Fakten mangelt es, stattdessen bedient man sich wüsten Behauptungen und Unwahrheiten, die vor einem Gericht eigentlich keinen Bestand haben können und die auch in der politischen Debatte eher peinlich sind.

    Nichtsdestotrotz agiert die CDU/CSU kämpferisch und übereilt und ist nicht einmal bereit die gerade laufende Evaluation des ProstSchG abzuwarten. Parallel dazu versucht die SPD-Abgeordnete Leni Breymaier, die uns ja allen bekannt ist und die bei der kommenden Bundestagswahl glücklicherweise nicht mehr kandidiert, noch in der laufenden Legislatur eine „Abstrakte Normenkontrollklage“ auf den Weg zu bringen. Sollten sich ein Viertel der Bundestagsabgeordneten daran beteiligen, müsste das Bundesverfassungsgericht in einem recht aufwendigen Verfahren prüfen, ob das geltende ProstSchG gegen die Verfassung verstößt. Dauer und Ausgang eines solchen Verfahrens sind ungewiss.

    Die SexkaufgegnerInnen lassen nichts unversucht, während unsere Branche zu gelassen erscheint!

    Es gelang am Dienstag 3 Verbände der Sexarbeit und die Interessengemeinschaft Zukunft Rotlicht an einen Tisch zu bringen: der BSD e.V. war mit Stephanie Klee prominent vertreten, die politische Sprecherin des BesD e.V. Johanna Weber war engagiert anwesend und mit John Heer aus Stuttgart war der Vorsitzende des Verbandes deutscher Laufhäuser e.V. per Zoom zugeschaltet.

    Die VerbandsvertreterInnen vereinbarten ein kurzfristiges „Spitzentreffen“ im kleinen Kreis, das in den kommenden Wochen anberaumt werden soll und wo dann Tempo in die Initiative gebracht werden soll. Neben unserem Justiziar Guntram Knop haben weitere Juristen ihre Unterstützung angekündigt, wenn es darum geht juristische Mittel zu prüfen und zu ergreifen und unser bewährter Technik- und Medienexperte Thomas Schiller ist natürlich auch mit an Bord.

    Ohne Euren Support und Eure Unterstützung geht es nicht!

    Mehrere anwesende Betreiber sicherten bereits an Ort und Stelle ihre ideele und auch finanzielle Unterstützung zu und nun wird es in den kommenden Wochen unsere Aufgabe sein ein Konzept zu entwickeln, mit dem wir zügig an den Start gehen können.

    Konkret wird darum gehen einen gemeinsamen Fakten-Informations-Pool aufzubauen und etwa 10.000 politische Entscheidungsträger in Bund und Land mit wichtigen Informationen zu versorgen, den Zugang zu den Köpfen der Fraktionen zu finden.

    Auch das bekannte Zoom-System über Rotlicht.de soll ab Oktober 2024 wieder für regelmäßige Arbeitstreffen genutzt werden und in jeder Region des Landes soll es Repräsentanten aus der Betreiberszene geben, die etwas bewegen und auch inaktive Kolleginnen und Kollegen aktivieren.

    Die Interessengemeinschaft Zukunft Rotlicht bekommt „nach Corona“ eine neue Aufgabe! 

    Es bleibt „spannend“ und ich hoffe auf rege Beteiligung, wenn die Kampagne startet. Ihr werdet es erfahren.

    Herzliche Grüße von

    Howard Chance

    0176-77080604
    maxen2205@live.de

    https://www.zukunft-rotlicht.de

     

     

  • Einreichung Plädoyer für legale Sexarbeit Bundestag Berlin

    Einreichung Plädoyer für legale Sexarbeit Bundestag Berlin

    Einreichung Plädoyer für legale Sexarbeit Bundestag Berlin

    Meinungsbildung durch unangeforderte Stellungnahmen der Sexkaufgegner(Innen) – Kontern wir?

    Am Montag, dem 23. September 2024 findet im Deutschen Bundestag in Berlin eine Ausschuss-Anhörung mit dem Thema „Sexkauf bestrafen“ statt, bei der von den Parteien geladene Expertinnen und Experten in einem sehr eng gefassten Zeitfenster ihre Einschätzungen zur Einführung eines Sexkaufverbots in Deutschland kundtun. Dies geschieht im Rahmen der von der CDU-CDU-Fraktion eingebrachten Gesetzesinitiative, die zwar bei den gegenwärtigen politischen Machtverhältnissen wenig Aussicht auf Erfolg hat, aber durchaus als Vorbereitung für einen „zweiten Versuch“ dienen kann, wenn sich Ende 2025 ein politischer Richtungswechsel fast zwangsläufig vollziehen wird und die Union die neue Bundesregierung – in welcher Konstellation auch immer – führen wird.

    Von den bislang 10 geladenen Expertinnen und Experten, sind nach meiner Einschätzung 6 Personen Befürworter des Nordischen Modells, während die Prostitutionsbranche lediglich auf 3 Votanten kommt. Zudem wurde vom Ausschuss eine sehr lesenswerte und von Vernunft geprägte und umfangreiche schriftliche Stellungnahme des Deutschen Städtetages eingeholt, wo man im Ergebnis von der Einführung des Nordischen Modells abrät und stattdessen Nachbesserungen bei der bestehenden Prostitutionsgesetzgebung anregt.

    Interessanterweise gibt es, wie man auf der Informationsseite zur Anhörung nachlesen kann, aber auch 6 weitere unangeforderte Stellungnahmen von Organisationen, die eindeutig dem Spektrum der Prostitutionsgegner zuzurechnen sind. Diese Stellungnahmen sind in die Ausschuss-Akten gelangt und besitzen schon allein dadurch einen gewissen meinungsbildenden Charakter. Nach dem Motto „viel hilft viel“ wird hier mal wieder sehr koordiniert EInfluss genommen.

    Von der Verbänden der Sexarbeit gibt es Stand heute scheinbar noch keine entsprechenden schriftlichen Einlassungen und so entsteht im Vorbild das Bild eines fehlenden Gleichgewichts. Es ist natürlich auch möglich, dass es Einlassungen gab, die den Weg in die Akten nicht gefunden haben?

    Ich werde für die Interessengemeinschaft Zukunft Rotlicht in dieser Woche auf Grundlage meines bereits in Ansätzen veröffentlichten „Plädoyers für den Erhalt der legalen Sexarbeit“ eine für den Politkbetrieb adaptierte Stellungnahme erstellen und versuchen diese über meine speziellen Berliner Kontakte noch kurzfristig in den Ausschuss einzubringen.

    Das „Update“ meiner plädierenden Betrachtung wird dann bei der Betreiber-Tagung am 24.09.2024 in Düsseldorf auch eine der Diskussions-Grundlagen sein und hier hoffe ich auf einen regen Austausch, mit dem man vielleicht doch noch einige Weichen stellen kann.

    Gleichzeitig appelliere ich an dieser Stelle an die Kolleginnen und Kollegen der Verbände, falls noch nicht geschehen, in den kommenden Tagen noch mit Stellungnahmen aktiv zu werden. Die Gegnerinnen und Gegner nutzen jede noch so kleine Chance zur Beeinflussung … das sollten wir auch tun!

    Mein Ihr / Euer

    Howard Chance

    https://zukunft-rotlicht.info


    Kontext-Artikel:

    Plädoyer für den Erhalt der legalen Sexarbeit in Deutschland

    Die Betreibertagung – Zukunft Rotlicht – 24.09.2024 – Düsseldorf

  • Jenke-Report – Sexkaufverbot – TV-Reportage – 03.09.2024

    Jenke-Report – Sexkaufverbot – TV-Reportage – 03.09.2024

    Jenke-Report – Sexkaufverbot – TV-Reportage – 03.09.2024

    Am 03.09.2024 gab es einen großen Jenke-Report, der sich mit dem Thema Sexkaufverbot – für und wieder – sehr intensiv beschäftigte.

    Die Reportage war ausgewogener als sonst üblich, wobei sich aber einige Protagonisten aus der (Berliner) Branche mal wieder kräftig blamierten.

    Das dargestellte Gesamtbild machte aber deutlich, dass die Vorteile eines Sexkaufverbots nicht erkennbar sind und die Politik gut beraten wäre, diesen wichtigen Aspekt noch einmal dringend zu überdenken, bevor ein größerer Schaden angerichtet wird und sich die Situation weiter verschlimmert.

    Den Beitrag gibt es online kostenlos auf Joyn:

    https://www.joyn.de/serien/jenke-report/3-1-jenke-report-schluss-mit-sex-gegen-geld-in-deutschland


    Die Betreibertagung – Zukunft Rotlicht – 24.09.2024 – Düsseldorf